Psychosoziale Gesundheit
Fragen der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. psychosozialen Problemen sowie Gesundheitsförderung und Prävention stehen im Mittelpunkt der Tätigkeiten dieses Fachbereichs Psychosoziale Gesundheit. Neben den wissenschaftlichen Arbeiten gehören Vernetzung, Prozessbegleitung und Strategieentwicklung zum Aufgabenspektrum. Dabei spielen Kooperationen eine wesentliche Rolle – sowohl innerhalb der Gesundheit Österreich GmbH als auch mit nationalen und internationalen Mental-Health-Organisationen.

Abteilungsleiter
Alexander Grabenhofer-Eggerth
Schwerpunkte
Dieser Fachschwerpunkt beschäftigt sich mit der psychosozialen Gesundheit der Bevölkerung und mit Fragen der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. psychosozialen Problemen. Neben dem Monitoring der Versorgungssituation werden auch die zahlenmäßige Entwicklung der versorgenden Berufsgruppen beobachtet und so wichtige Eckdaten für die Gesundheitsplanung gesammelt.
Zentrale Themen/Projekte:
• Surveillance Psychosoziale Gesundheit
• Psychotherapie als Sozialversicherungsleistung
• Monitoring der Unterbringungen nach UbG in Österreich
• Ausbildungs- und Berufsgruppenstatistik klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Psychotherapie und Musiktherapie
• Stationäre und außerstationäre psychiatrische Versorgung
• Integrierte psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen
• Integrierte psychosomatische Versorgung im stationären Akutbereich
Kontakt: Sophie Sagerschnig Joy Ladurner Daniela Kern
Die Abteilung psychosoziale Gesundheit begleitet gesundheitspolitische Prozesse der Strategieentwicklung im Bereich der psychosozialen Gesundheit. Die zentralen Ansätze sind dabei Partizipation und „Mental Health in all Policies“.
Zentrale Themen/Projekte:
• Fachliche Begleitung des Beirats für Psychosoziale Gesundheit des BMASGPK
• Vernetzungsplattform der Expertinnen und Experten aus eigener Erfahrung für psychische Gesundheit
• Konzept für eine gesamthafte Lösung zur Organisation und Finanzierung der psychologischen und psychotherapeutischen Versorgung
• Vernetzungsplattform zum Thema psychosoziale Gesundheit von Menschen mit Fluchthintergrund
Es gibt eine Reihe an überzeugenden Argumenten, sich geschlossen für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen einzusetzen: Stigma verletzt die Menschenwürde und macht krank. Stigma erzeugt hohe (vermeidbare) Gesundheits- und volkswirtschaftliche Kosten. Stigma schwächt die Gesundheit der Bevölkerung und konterkariert zudem die getätigten Investitionen in Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention. Stigma und soziale Exklusion von Personengruppen schwächen den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat sich Österreich verpflichtet, die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen in Österreich zu beseitigen und die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und ihre Einhaltung zu gewährleisten. Menschen mit psychischen Erkrankungen, die mindestens 6 Monate andauern, fallen ebenso unter den Schutz der UN-BRK. Für diese Zielgruppe bedarf es z. T. spezifischer Maßnahmen, die in den vorhandenen Strategien zur Umsetzung der UN-BRK nicht ausreichend Berücksichtigung finden.
Im Rahmen des Gesundheitszieleprozesses wurde eigens dafür ein rund 40-köpfiges Expertengremium, die „Kompetenzgruppe Entstigmatisierung“, etabliert und mit der Erstellung eines Strategiekonzepts zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen für Österreich betraut. Das Ergebnis liegt nun vor: Bericht
Die schrittweise Umsetzung dieser Maßnahmen ist im Nationalen Aktionsplan Behinderung (NAP) Behinderung II (2022-2030) verankert.
• Kompetenzgruppe Entstigmatisierung
Kontakt: Monika Nowotny
Gewalterfahrungen wirken sich erwiesenermaßen nachhaltig auf die Gesundheit aus. Die möglichen Folgen umfassen ein breites Spektrum an Verletzungen, (psycho-)somatischen Beschwerden, sowie psychischen Erkrankungen. Gewalt stellt nicht nur eine gravierende Menschrechtsverletzung, sondern auch ein (vermeidbares) Krankheitsrisiko mit hohen Gesundheitskosten dar. Gewaltprävention und Gewaltschutz sind somit wichtige Ansatzpunkte für Public Health Maßnahmen.
• Gewaltschutz und Gewaltprävention im Gesundheitswesen.
Kontakt: Michaela PichlerSophie Sagerschnig
Täglich sterben in Österreich mehr als drei Menschen durch Suizid. Das sind pro Jahr mehr als doppelt so viele Menschen (ca. 1.300) als Tote bei Verkehrsunfällen.
Das Fachgebiet Suizidprävention blickt in Österreich auf eine lange Tradition zurück: Erwin Ringel war im Jahr 1960 einer der Gründerväter der International Association for Suicide Prevention (IASP). Dennoch war das Feld in Österreich in puncto Zuständigkeiten und Ansätzen fragmentiert und stark vom persönlichen Engagement Einzelner getragen. Im Jahr 2012 wurde vom damaligen Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Koordinationsstelle für Suizidprävention an der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) eingerichtet und das von führenden österreichischen Experten entwickelte nationale Suizidpräventionsprogramm SUPRA (Suizid PRävention Austria) präsentiert. Die Koordinationsstelle hat den Auftrag, die schrittweise Umsetzung des SUPRA-Programms des BMASGK in enger Kooperation mit einem Expertengremium zu unterstützen. Eine wesentliche Aufgabe der Koordinationsstelle ist es, das Vernetzen aller, die bislang in Österreich im Feld Suizidprävention tätig sind, aber auch jener in angrenzenden Feldern wie Gesundheitsförderung oder Suchtprävention zu fördern und Synergien nutzbar zu machen.
Meilensteine der bisherigen Tätigkeit der Koordinationsstelle sin der jährlich erscheinenden österreichischen Suizidbericht, SUPRA-Vernetzungstagungen in den Jahren 2014, 2015 und 2016, die Unterstützung des Projekts zur Erstellung einheitlicher, qualitätsgesicherter Schulungsunterlagen für Gatekeeper, also Personen die beruflich potentiell mit suizidgefährdeten Personen zu tun haben, sowie das österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at.
SUPRA genießt internationale Anerkennung und wurde im Jahr 2017 vom EU-Compass for Action on Mental Health and Well-being als das europäische Beispiel guter Praxis für Suizidprävention ausgewählt.
Aktuelle Schwerpunkte:
„Startpaket Suizidprävention“
Konzept für eine nationale Kriseninterventionshotline
Papageno-Medienpreis für besondere suizidpräventive journalistische Leistungen
Gatekeeper-Schulungsprogramms
Weitere Informationen:
Kontakt: Alexander Grabenhofer-Eggerth
Die Koordinationsstelle Psychotherapieforschung (PTHF) ist eine interessenübergeordnete und transparente Informationsplattform. Sie wurde im Jahr 2012 an der GÖG - vor dem Hintergrund der Qualitätssicherungsziele des Psychotherapiebeirats (PTH-G §20-22 bzw. §1 PTHG 1990) - vom BMASGPK eingerichtet. Ziel ist es, durch die Bereitstellung von psychotherapiewissenschaftlichen Grundlagen und Fachkenntnissen einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie zu leisten dies gilt insbesondere für die Bereiche Lehre, Ausbildung und die klinische Versorgungspraxis. Zudem unterstützt die Koordinationsstelle PTHF die praxisorientierte Psychotherapieforschung in Österreich durch die Vernetzung der relevanten Player und bildet eine Brücke zwischen klinischer Erfahrung und akademischer Psychotherapieforschung („Scientist Practitioner“). Die Berücksichtigung einer Public Health Perspektive ist integraler Bestandteil aller Aktivitäten der Koordinationsstelle, die von einem Fachbeirat begleitet wird.
Kontakt: Daniela KernYvonne Sitz