Österreichischer Strukturplan Gesundheit (ÖSG)

Der ÖSG ist das zentrale Planungsinstrument auf Bundesebene für die integrative Versorgungsplanung in Österreich und seit 2013 integraler Bestandteil der Zielsteuerung-Gesundheit. Er enthält als Rahmenplan verbindliche Vorgaben für die Planung bestimmter Bereiche des Gesundheitsversorgungsystems sowie Kriterien für die Gewährleistung der bundesweit einheitlichen Versorgungsqualität. Mit dem ÖSG wird sichergestellt, dass Gesundheitsversorgung in Österreich ausgewogen verteilt und gut erreichbar ist und in vergleichbarer Qualität auf hohem Niveau angeboten wird.

Der ÖSG ist als „lebendes Dokument“ nach den Vorgaben der Zielsteuerung-Gesundheit kontinuierlich gesamthaft weiterzuentwickeln. Entsprechende Ergänzungen im Rahmen von Wartung und Weiterentwicklungen des ÖSG erfolgen gemeinsam durch Bund, Bundesländer und Sozialversicherung nach partnerschaftlich festgelegten Prioritäten, wobei aktuell der Schwerpunkt der Ergänzungen entsprechend der Zielsteuerung-Gesundheit im ambulanten Bereich liegt.

Der ÖSG hat die Qualität eines Sachverständigengutachtens. Ausgewählte Inhalte des ÖSG 2017 zur überregionalen Versorgungsplanung, zur Planung des Rehabilitationsbereichs, zu den Festlegungen zu Aufbau und Inhalten von RSG und RSG-Planungsmatrix sowie zum Großgeräteplan werden in einer Verordnung verbindlich gemacht.

Der ÖSG 2017 ist ausgehend von einer generellen Beschreibung in drei Hauptkapitel – Planung, Qualitätskriterien und Großgeräteplan – gegliedert. Die Kapitel "Planung" und "Qualitätskriterien" sind wiederum jeweils in den ambulanten Bereich (spitalsambulant und extramural), den akutstationären Bereich und die medizinische Rehabilitation unterteilt.

Im Jahr 2020 wurden von der Bundes-Zielsteuerungskommission (B-ZK) am 18. 12. 2020 insbesondere folgende Neuerungen beschlossen:

  • Aktualisierung der ÖSG-Planungsrichtwerte (inkl. Methodik) betreffend
    • Ausrichtung auf den einheitlichen Planungshorizont 2025 für den akutstationären und ambulanten Bereich, für die überregionale Versorgungsplanung sowie für den Großgeräteplan,
    • Einführung sektorenübergreifender Messgrößen für die Kapazitätsplanung ("Bettenmessziffer vollstationär", "Platzmessziffer" und "Kapazitätsmessziffer"),
    • Ausrichtung auf den Planungshorizont 2025 für die stationäre und ambulante Rehabilitation sowie höhere regionale Differenzierung (in Abstimmung mit dem "Rehabilitationsplan 2020")
  • Integration weiterer Fachbereiche in das Kapitel 3.1 Qualitätskriterien ambulante Versorgung (Aufgabenprofile und Erweiterung der Leistungsmatrix ambulant)
  • Wartung und Aktualisierung der RSG-Planungsmatrix (Anlage zur ÖSG-VO)
  • Wartung und Aktualisierung der Leistungsmatrix-stationär und der Leistungsmatrix-ambulant (in Abstimmung mit dem LKF-Modell 2021)

Ergänzend wurde 2020 erstmals ein Methodenband zum ÖSG erstellt, der methodische Erläuterungen zu den Planungsaussagen des ÖSG enthält.

Die Umsetzung der Inhalte des ÖSG als Rahmenplan für die Versorgungsplanung auf Ebene der einzelnen Bundesländer erfolgt im Wege der Festlegungen in den Regionalen Strukturplänen Gesundheit (RSG).