Kompetenzgruppe Entstigmatisierung

Auftraggeber: BMASGK
Laufzeit: Jänner 2018 bis Dezember 2018
Ansprechperson GÖG: Monika Nowotny

Menschen mit psychischen Erkrankungen (sowie ihre Angehörigen und alle mit diesem Themenfeld befassten Berufsgruppen) sind aufgrund kulturell tiefverwurzelter Stereotype und negativer Vorurteile einer ganzen Reihe von Diskriminierungen ausgesetzt. Die Folgen für Betroffene sind oft geringere Chancen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, Verlust intimer Beziehungen, Reduktion des sozialen Netzwerks und Schwächung des Selbstwertgefühls. Diese Benachteiligungen und Belastungen erhöhen das Risiko für Rückfälle oder für einen chronischen Krankheitsverlauf. Expertinnen und Experten sprechen daher von Stigma als „zweiter Erkrankung“. Die Angst vor Stigmatisierung verzögert zudem das Aufsuchen von Hilfe in psychischen Krisen, was letztlich auf gesellschaftlicher Ebene zu einer Steigerung der Gesundheitskosten führt.

Aufgrund der Komplexität des Phänomens Stigma, der Hartnäckigkeit gesellschaftlicher Einstellungen und Vorurteile wurde von der Arbeitsgruppe zum österreichischen Gesundheitsziel 9, „Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungsgruppen fördern“, das Etablieren einer „Kompetenzgruppe Entstigmatisierung“ als zentrale Maßnahme des Handlungsfeldes „Gesellschaft und Entstigmatisierung“ angeregt. Diese soll – einem Mental-Health-in-All-Policies-(MHiAP-)Ansatz folgend – die Expertise aus Wissenschaft, psychosozialer Versorgungspraxis, Verwaltung, Kultur, Medien sowie Erfahrungswissen zu diesem Thema bündeln und auf Basis bestehender Evidenz und von Best-Practice-Beispielen ein koordiniertes multistrategisches Vorgehen gegen das Stigma psychischer Erkrankungen entwickeln. Des Weiteren soll die Kompetenzgruppe als Drehscheibe für bestehende und neue Projekte fungieren, die durch interdisziplinären Austausch und Nutzung von Synergien angereichert und koordiniert werden können.