Social Prescribing in Österreich
Gesundheit wird wesentlich durch soziale, psychosoziale und strukturelle Faktoren mitbestimmt. Viele Konsultationen in der Primär- und pädiatrischen Versorgung erfolgen aufgrund von gesundheitsrelevanten psychosozialen und emotionalen Anliegen. Social Prescribing setzt hier an und berücksichtigt diese Bedürfnisse und vermittelt an passende gemeinwesenorientierte Angebote weiter.
Hier finden Sie Informationen zu Social Prescribing und der Umsetzung in Österreich im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung des BMASGPK. Ein Projekt der Gesundheit Österreich GmbH.
Kontakt: social.prescribing@goeg.at
Weitere Informationen:

Überblick:
Social Prescribing umfasst international unterschiedliche Umsetzungsmodelle. In Österreich liegt der Fokus auf Social Prescribing in der Primär- und pädiatrischen Versorgung:
„Social Prescribing: verbindet Patientinnen und Patienten mit gesundheitsrelevanten psychosozialen und emotionalen Bedürfnissen in der Primärversorgung auf strukturierte Weise mit regionalen Angeboten, insbesondere außerhalb des medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Angebotsspektrums, um deren Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Teilhabe zu fördern“ (ÖSG 2023: 223)
Social Prescribing bietet einen Nutzen für:
- Gesundheitssystem u.a. Konkretisierung und Stärkung von Gesundheitsförderung in der Versorgung; mehr Effektivität und Qualität bei der Versorgung
- Patientinnen und Patienten u.a. Zeit und Raum für (ganzheitliche) Befassung mit gesundheitsrelevanten Bedürfnissen; Förderung der sozialen Teilhabe
- Ärztinnen und Ärzte u.a. mehr Zeit für Patient:innen und mentale Entlastung aufgrund der Vermittlungsoption zum Link Working
- Einrichtungsteam u.a. Sensibilisierung des gesamten Teams für psychosoziale und emotionale Anliegen; zeitliche und mentale Entlastung des Gesundheitspersonals
- Kooperationspartner:innen u.a. breitere Bekanntmachung von Angeboten; verbesserter Zugang zu (ehemals) schwerer erreichbaren vulnerablen Bevölkerungsgruppen
Die Gesundheit Österreich entwickelt seit 2019 fachliche Grundlagen, Materialien und Unterstützungstools für die österreichische Versorgungspraxis weiter.
Seit 2021 werden im Rahmen mehrerer Fördercalls unterschiedliche Umsetzungsmodelle in Einrichtungen der Primär- und pädiatrischen Versorgung erprobt. Die Fördermittel werden durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt.
Der aktuelle Fördercall läuft bis Anfang 2028. Derzeit werden 32 Einrichtungen gefördert.
Social Prescribing ist ein strukturierter Prozess:
Die Inanspruchnahme ist freiwillig und orientiert sich an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten.
© Gesundheit Österreich
Social Prescribing hat seinen Ursprung in England und wird mitterweile in über 30 Ländern umgesetzt. Die konkreten Umsetzungsmodelle unterscheiden sich je nach regionalen Strukturen und Rahmenbedingungen.
Um internationale Erfahrungen in die österreichische Weiterentwicklung einzubeziehen, beteiligt sich die Gesundheit Österreich an europäischen Austausch- und Entwicklungsprozessen, unter anderem im Rahmen des EU-Projekts "Social Prescribing to promote and improve access to health and care services for people in vulnerable situations in Europe" (2025-2029).
Detaillierte Inhalte, Materialien und weiterführende Informationen finden Sie auf den jeweiligen Unterseiten.

