Social Prescribing: Fördercalls und Umsetzungserfahrungen
Der Aus- und Aufbau von Social Prescribing erfolgt aktuell in Österreich im Rahmen mehrerer Fördercalls in Einrichtungen der Primär- und pädiatrischen Versorgung. Ziele der Fördercalls sind:
- Einrichtungen den Aus- und Aufbau von Social Prescribing zu ermöglichen
- Umsetzungsmodelle unter verschiedenen regionalen und strukturellen Rahmenbedingungen zu erproben und
- fachliche Grundlagen für die österreichische Versorgungspraxis weiterzuentwickeln.
Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung mit Mitteln des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK). Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) begleitet diese Umsetzung und entwickelt fachliche Grundlagen und Materialien mit den Umsetzungspartnern weiter. Die Fördercalls tragen zur Umsetzung der Agenda 2030, insbesondere zum Nachhaltigkeitsziel (SDG) 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, bei.

Überblick:
Fördercall Social Prescribing in der Primär- und pädiatrischen Versorgung. Der aktuelle Fördercall unterstützt Einrichtungen der Primär- und pädiatrischen Versorgung beim Auf- und Ausbau von Social Prescribing. Derzeit werden 32 Einrichtungen gefördert mit Juni bzw. Oktober 2026 starten weitere 12 Einrichtungen in die Umsetzungsphase Auf der Projektlandkarte der GÖG finde Sie einen Überblick über Einrichtungen, die Social Prescribing in Österreich umsetzten.
Überblick Social Prescribing Landkarte
Dokumente:
Die geförderten Einrichtungen werden bei der Umsetzung von Social Prescribing durch unterschiedliche begleitende Maßnahmen unterstützt. Dazu zählen unter anderem:
- Schulungen für Fachkräfte mit Link-Working-Funktion
- Vernetzungstreffen
- Online-Sprechstunden
- Bedarfs- und Vermittlungsdokumentation der Link-Working-Beratungen und Netzwerkmodul zur Dokumentation der Kooperationsangebote
- Evaluation
- Entwicklung von Materialien und Tools
Die Umsetzungserfahrungen fließen laufend in die fachliche Weiterentwicklung von Social Prescribing in Österreich ein.
Die bisherigen Fördercalls zeigen, dass Social Prescribing unter unterschiedlichen regionalen und strukturellen Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann.
Die gewonnenen Erfahrungen tragen dazu bei, fachliche Grundlagen, Materialien und Umsetzungskonzepte für die österreichische Versorgungspraxis weiterzuentwickeln.
Im Jahr 2021 stellte das BMSGPK im Rahmen von Gesundheitsförderung 21+ erstmal Mittel für einen Fördercall zur Verfügung. Einrichtungen der medizinischen Primärversorgung (auch mit Fokus auf Nichtversicherte) waren eingeladen, an diesem Fördercall teilzunehmen. Insgesamt standen 300.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Der Auf-/Ausbau von Social Prescribing wurdein folgenden Einrichtungen gefördert:
- Burgenland: Gesundheitsnetzwerk Raabtal
- Oberösterreich: Hausarztmedizin Plus Haslach
- Steiermark: Primärversorgungszentrum MEDIUS – Zentrum für Gesundheit, Allgemeinmedizin Graz Gries
- Wien: AmberMed, Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin Dr. Ouhadi/Dr.in Pilz, Medizin Mariahilf Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin OG, neunerhaus, Teampraxis Breitenecker
Im Rahmen des Follow-up-Calls wurden die neun Einrichtungen eingeladen, die 2021 begonnenen Arbeiten fortzusetzen. Für den Follow-up-Call stellte das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz insgesamt 108.000 Euro zur Verfügung. Sechs Einrichtungen nahmen dies in Anspruch.
Nach den positiven Erfahrungen mit dem 2021 gestarteten Pilotprojektcall stellte das BMSGPK im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung Mittel für einen neuen Fördercall zur Verfügung. Hier wurden Einrichtungen der medizinischen Primärversorgung (auch mit Fokus auf Nichtversicherte), der pädiatrischen Versorgung und Einzelordinationen/Gruppenpraxen aus dem ländlichen Raum eingeladen, an diesem Fördercall teilzunehmen. Fünfzehn Einrichtungen aus fünf Bundesländern wurden ausgewählt und mit rund 735.000 Euro gefördert.
Der Auf-/Ausbau von Social Prescribing wurde in folgenden Einrichtungen gefördert:
- Niederösterreich: PVN Melker Alpenvorland, PVZ Purgstall Auer & Partner Allgemeinmedizin GmbH, PVZ St. Pölten, Gesundheitspark Ried, Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin Dr. Elmar Tockner & Dr. Bernhard Koizar OG, PVN Neuzeug-Sierning
- Oberösterreich: Die Hausärzte Ennser Allgemeinmediziner Dres. Eichner, Hockl, Maschek, Pfaller, Prey, Rinnerberger Sonne-Schneiderbauer und Winkler GmbH, Gesundheitspark Ried, Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin Dr. Elmar Tockner & Dr. Bernhard Koizar OG, PVN Neuzeug-Sierning
- Salzburg: Gesundheitszentrum Saalfelden, Ordination Dr. Richard Barta – Arzt für Allgemeinmedizin
- Steiermark: Allgemeinmedizinische Praxis Dr. Rosa Maria Ernst
- Wien: Dr. Regina EWALD & Partner, Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin OG, Primärversorgung Donaustadt - Primary Health Care, Kinder und Jugendgesundheit Leuchtturm, Kinderordination Alsergrund, neunerhaus Gesundheitszentrum, PVE Sonnwendviertel Cichocki-Gomez Pellin-Huter Allgemeinmediziner GmbH
Mit 1. Februar 2023 startete die Umsetzungsphase, die von der GÖG u.a. mit Schulungsangeboten und Vernetzungstreffen unterstützt wird und bis Juli 2024 vorgesehen war, mit optionaler Verlängerung bis Ende Mai 2025. Die Verlängerung nahmen 10 Einrichtungen in Anspruch.
