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Kostenlose Beratung bei Hitze: Hitzetelefon startet

Die erste große Hitzewelle des Jahres bringt viele Menschen an ihre Belastungsgrenze. Mit dem Hitzetelefon des Gesundheitsministeriums erhalten Bürgerinnen und Bürger ab diesem Wochenende kostenlose Beratung und praktische Tipps, wie sie gesund durch die heißen Tage und Nächte kommen. Besonders ältere Menschen und chronisch Kranke sollten jetzt auf sich achten. Erstmals wird die Hotline von der Gesundheit Österreich betrieben.

Österreich erlebt seine erste große Hitzewelle des Jahres. Besonders belastend: Die Nächte bleiben immer öfter ungewöhnlich warm. Sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, nehmen in Österreich seit Jahren zu und erschweren die nächtliche Erholung.

Schlafmangel, Erschöpfung und Gereiztheit

Aktuelle Daten der Gesundheit Österreich zeigen, wie stark Hitze bereits den Alltag vieler Menschen beeinflusst: Im Hitzesommer 2024 berichteten sechs von zehn Menschen von Schlafproblemen aufgrund der hohen Temperaturen. Mehr als die Hälfte fühlte sich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt, viele klagten über Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder körperliche Beschwerden. Insgesamt beobachteten 85 Prozent der Bevölkerung zumindest eine gesundheitliche Belastung durch Hitze.

Hitze wirkt sich aber nicht nur auf den Körper aus. Fehlende Erholung in warmen Nächten, anhaltende Erschöpfung und körperlicher Stress können auch die Stimmung beeinträchtigen. Viele Menschen berichten an heißen Tagen von Gereiztheit, innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen oder einem geringeren Energielevel. Besonders Menschen mit psychischen Vorerkrankungen können unter längeren Hitzewellen zusätzlich belastet sein.

Warum Hitze für den Körper gefährlich werden kann

Warum Hitze so belastend für die Gesundheit sein kann, wird oft unterschätzt. Der Körper versucht sich durch Schwitzen und eine verstärkte Durchblutung der Haut abzukühlen. Dabei verliert er Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Gelingt die Abkühlung nicht ausreichend, drohen Kreislaufprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen oder im Extremfall ein Hitzschlag. Besonders problematisch sind warme Nächte: Kann die Körpertemperatur nicht ausreichend sinken, fehlt die notwendige Erholung für Körper und Psyche.

Kostenlose Hilfe per Telefon: 0800 880 800

Um die Bevölkerung zu unterstützen, startet an diesem Wochenende das österreichweite Hitzetelefon des Gesundheitsministeriums. Erstmals wird die kostenlose Hotline von der Gesundheit Österreich betrieben.

Unter der Telefonnummer 0800 880 800 erhalten Bürger:innen persönliche Beratung und praktische Tipps für heiße Tage und Nächte. Die Expertinnen und Experten informieren darüber, wie man sich vor gesundheitlichen Belastungen durch Hitze schützen kann (Maßnahmen zur Kühlung von Wohnräumen, Ernährung oder Schlaf), woran man gefährliche Warnzeichen erkennt und wer für Informationen zu gesundheitlichen Beschwerden oder medizinischen Fragen zur Verfügung steht (z. B. das Gesundheitstelefon 1450).

Viele Anrufer:innen möchten wissen, wie sie ältere Angehörige oder pflegebedürftige Personen bestmöglich durch Hitzewellen begleiten können. Auch Fragen zum richtigen Verhalten bei großer Hitze, zu ausreichend Flüssigkeitszufuhr oder zum Schutz am Arbeitsplatz werden beantwortet. Wer im Freien oder körperlich arbeitet, sollte Belastungen möglichst in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegen. Viele wissen zudem nicht, dass Arbeitgeber:innen verpflichtet sind, Beschäftigte vor gesundheitlichen Gefahren durch Hitze zu schützen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Auch dazu informiert das Hitzetelefon.

Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont: „Hitze ist mittlerweile eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen der Sommermonate. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und pflegebedürftige Personen brauchen in Hitzewellen besonderen Schutz. Mit dem Hitzetelefon bieten wir eine einfache und kostenlose Anlaufstelle für alle, die Fragen haben oder Unterstützung suchen.“

Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich, sagt: „Gerade während längerer Hitzephasen suchen viele Menschen nach verlässlichen Informationen. Das Hitzetelefon bietet konkrete und leicht verständliche Unterstützung für den Alltag und hilft dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen.“

Ältere Menschen besonders betroffen

Menschen ab 65 Jahren berichten wesentlich häufiger von Einschränkungen als jüngere Personen. So geben fast zwei Drittel der über 65-Jährigen an, bei Hitze weniger Energie für den Alltag zu haben. Mehr als die Hälfte fühlt sich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt, weniger belastbar oder reduziert körperliche Aktivitäten. In allen Bereichen liegen die Werte deutlich über jenen jüngerer Altersgruppen (siehe Abbildung). 

Interessant ist dabei, dass Schlafprobleme während Hitzewellen nahezu alle Altersgruppen ähnlich stark betreffen. Die Folgen dieser Belastung wirken sich bei älteren Menschen jedoch deutlich stärker auf den Alltag aus. Hitze kann damit nicht nur die Gesundheit beeinträchtigen, sondern auch Selbstständigkeit, Mobilität und soziale Teilhabe im Alter einschränken.

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Hitzebelastung und Alltagsstrategien der Bevölkerung im Sommer 2024
Quelle: Factsheet Gesundheit Österreich: Hitzebelastung und Alltagsstrategien der Bevölkerung im Sommer 2024. Ergebnisse des Panels Gesundheitsförderung.

In besonders warmen Sommern steigt auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Hitzschlag oder Sonnenstich deutlich an. Ältere Menschen zählen dabei zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Besonderer Schutz für ältere Menschen und Kinder

Hinzu kommt, dass ältere Menschen oft weniger Durst verspüren und daher zu wenig trinken. Gleichzeitig reagiert ihr Körper weniger effizient auf hohe Temperaturen. Bei Säuglingen und Kleinkindern wiederum ist die Temperaturregulation noch nicht vollständig entwickelt, sie können schneller überhitzen und austrocknen. Expertinnen und Experten raten daher, regelmäßig Wasser anzubieten, direkte Sonne zu meiden und auf Warnzeichen wie Schwindel, starke Müdigkeit, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit zu achten.

„Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, gut auf sich selbst und auf andere zu schauen. Ältere Menschen, chronisch Kranke und kleine Kinder brauchen dabei besonderen Schutz. Wer Fragen hat oder unsicher ist, erhält beim Hitzetelefon kostenlos Rat und praktische Unterstützung“, sagt Gesundheitsministerin Schumann.

Tipps und Infos auf gesundheit.gv.at

Wer nicht telefonieren möchte, findet auf dem öffentlichen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at umfangreiche Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze. Dort gibt es praktische Tipps für heiße Tage, Hinweise zum Schutz besonders gefährdeter Personen sowie Informationen zu den Auswirkungen von Hitze auf Schlaf, psychisches Wohlbefinden und Gesundheit. Auch Empfehlungen für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber zum Schutz vor Hitzebelastung sind dort abrufbar.

Hitzetelefon 0800 880 800

•    kostenlos aus ganz Österreich
•    Montag bis Freitag: 6 bis 22 Uhr
•    Samstag: 8 bis 20 Uhr
•    Sonntag und Feiertage: 8 bis 18 Uhr
 

Weitere Informationen: Gesund bei Hitze (gesundheit.gv.at) 

Wann sollte man 1450 oder den Notruf wählen?

Das Hitzetelefon bietet allgemeine Informationen und Beratung rund um Hitze und Hitzeschutz. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder medizinischen Fragen steht das Gesundheitstelefon 1450 zur Verfügung.

Bei akuten Notfällen – etwa Bewusstlosigkeit, Atemnot, Hitzschlag oder schweren Kreislaufproblemen – sollte umgehend der Notruf 144 gewählt werden.

So kommen Sie durch heiße Tage

Ausreichend trinken: Auch ohne Durstgefühl regelmäßig, über den Tag verteilt Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees trinken. Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke möglichst vermeiden. Bei Vorerkrankungen ggf. Trinkmenge mit Ärztin/Arzt abklären

Wohnung kühl halten: Tagsüber Fenster schließen und Räume abdunkeln. Lüften am besten frühmorgens oder nachts, wenn die Temperaturen niedriger sind.

Mittagshitze meiden: Körperliche Anstrengungen oder Spaziergänge mit Säuglingen und Kleinkindern möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Zwischen 11 und 17 Uhr direkte Sonne meiden.

Leichte Kleidung tragen: Helle, luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen vor Überhitzung.

Auf gefährdete Personen achten: Ältere Menschen, Säuglinge, kleine Kinder, chronisch Kranke und pflegebedürftige Personen brauchen bei Hitze besondere Aufmerksamkeit. Regelmäßig nachfragen, ob ausreichend getrunken wurde und es ihnen gut geht.

Medikamente richtig lagern und ggf. überprüfen: Auch Medikamente können hitzeempfindlich sein oder die Hitzebelastung verstärken. Bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen oder in ihrer Apotheke nachfragen.

Hitzetelefon Gesundheit Österreich