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Suizidprävention in den Medien: Papageno-Medienpreis verliehen

Der Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung geht 2026 an TV-Journalist Leon Hoffmann-Ostenhof für seinen ORF-THEMA-Beitrag „Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können“. Gesundheitsministerin Korinna Schumann überreichte die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am 10. September im Presseclub Concordia. Die Preisverleihung am Welttag der Suizidprävention markierte zugleich den Auftakt zum Yellow September.

Wie Medien über psychosoziale Krisen und Suizidalität berichten, kann einen entscheidenden Unterschied machen. Berichte können Orientierung geben, Hilfsangebote sichtbar machen und zeigen, wie Menschen Krisen bewältigen. Genau hier setzt der Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung an, der 2026 bereits zum achten Mal vergeben wurde.

Krisenbewältigung im Mittelpunkt

Ausgezeichnet wurde Leon Hoffmann-Ostenhof für seinen Beitrag „Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können“, der am 4. August 2025 in der ORF-Sendung THEMA ausgestrahlt wurde.

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Korinna Schuhmann überreicht Leon Hoffmann-Ostenhof den Papageno Medienpreis 2026.
Korinna Schuhmann überreicht Leon Hoffmann-Ostenhof den Papageno Medienpreis 2026.  © Gesundheit Österreich

In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass der Beitrag die Kriterien des Papageno-Medienpreises vorbildlich erfüllt und die Bewältigung psychosozialer Krisen in den Mittelpunkt stellt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Protagonist:innen, die offen über ihre Krisen und darüber sprechen, wie sie Wege aus diesen gefunden haben. Damit können sie Menschen in ähnlichen Situationen Orientierung geben und Mut machen.

Neben dem ausgezeichneten Beitrag waren zwei weitere Arbeiten für den Papageno-Medienpreis 2026 nominiert: 

 

Screenshot Youtube.

Siegerbeitrag ansehen: „Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können“ (ORF, THEMA, 4. August 2025) – Leon Hoffmann-Ostenhof

Verantwortungsvolle Berichterstattung kann präventiv wirken

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Papageno Preis von vorne.
Papageno-Preis. © Gesundheit Österreich

Seit den 1980er-Jahren ist in Österreich ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten. Dennoch sterben weiterhin jährlich rund 1.200 Menschen durch Suizid. Die Zahl der Suizidversuche liegt deutlich höher.

Medien spielen in der Suizidprävention eine wichtige Rolle. Berichte über die Bewältigung von Suizidalität und psychosozialen Krisen können präventiv wirken. Dieser Zusammenhang wird als Papageno-Effekt bezeichnet. Der Papageno-Effekt bezieht sich auf die Figur des Papageno aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte". Papageno kann in der Oper seine anfänglichen Suizidgedanken mit Hilfe von Anderen überwinden. Problematische Formen der Berichterstattung können hingegen Imitationssuizide begünstigen – den sogenannten Werther-Effekt.

Österreich gehörte zu den ersten Ländern weltweit, die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid umgesetzt haben. Sie sollen Medienschaffende dabei unterstützen, sensibel und suizidpräventiv über das Thema zu berichten.

Paganeo-Preisverleihung in der ORF-Mediathek nachschauen

Vom Welttag der Suizidprävention zum Yellow September

Die Verleihung des Papageno-Medienpreises am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, bildet zugleich den Auftakt zum Yellow September. Der österreichweite Aktionsmonat läuft bis zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober und rückt psychosoziale Gesundheit, Fürsorge und Entstigmatisierung in den Mittelpunkt.

2026 steht erstmals ein jährliches Schwerpunktthema im Fokus: Einsamkeit und soziale Verbundenheit. Unter dem Motto „Gemeinsam geht mehr!“ soll dafür sensibilisiert werden, wie Begegnung, Zugehörigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und gegenseitige Unterstützung gestärkt werden können.

Gemeinsam für suizidpräventive Berichterstattung

Der Papageno-Medienpreis wird im Rahmen der an der Gesundheit Österreich angesiedeltenSUPRA-Koordinationsstelle Suizidprävention vergeben. Ausgelobt wird er vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK)gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS), der Wiener Werkstätte für Suizidforschung, dem Kriseninterventionszentrum Wien, dem Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien und dem Österreichischen Presserat.

Weiterführende Informationen

Medienempfehlungen zur Berichterstattung über Suizid

Papageno-Medienpreis (BMASGPK)

Yellow September 2026

 

Auf einen Blick

  • Papageno-Medienpreis 2026: Auszeichnung für Leon Hoffmann-Ostenhof und seinen ORF-THEMA-Beitrag „Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können“
  • Preisverleihung: 10. September 2026 im Presseclub Concordia
  • Dotierung: 5.000 Euro
  • Ziel: Verantwortungsvolle und suizidpräventive Berichterstattung fördern und Krisenbewältigung sichtbar machen
  • Papageno-Effekt: Berichte über die Bewältigung von Krisen und Suizidalität können präventiv wirken
  • Yellow September: 10. September bis 10. Oktober 2026; Schwerpunkt Einsamkeit und soziale Verbundenheit, Motto 2026: „Gemeinsam geht mehr!“

 

Gruppenfoto von der Preisverleihung des Papageno Medienpreis 2026.