Pathways in and out of healthcare jobs: Individual and contextual factors of healthcare worker supply in Austria (DATA_2024-04_P-AT-H-CAREWORK)
Gesundheitsberufe: Rein oder raus? Individuelle und kontextuelle Einflussfaktoren auf das Arbeitskräfteangebot in Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich (P-AT-H-CAREWORK)
Der Mangel an qualifizierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (GuK-Personal, wie Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger-Innen und Pflege(fach)assistentInnen) ist eine der größten Herausforderungen für alternde Gesellschaften. Schätzungen zufolge wird Österreich bis 2030 über 43.000 neue Pflegekräfte benötigen im Vergleich zu 2023. Aufgrund relativ niedriger Gehälter und schwieriger Arbeitsbedingungen fällt es Anbietern von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen schwer, nicht nur genügend Pflegekräfte zu rekrutieren, sondern diese auch zu halten.
Das Projekt P-AT-H-CAREWORK hat zum Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die Entscheidungsträgern helfen, gezielte und wirksame Maßnahmen zur Rekrutierung und Bindung von GuK-Personal in Österreich zu entwickeln. Dabei werden wir vier allgemeine Fragen beantworten, die, zusammengenommen, die individuellen und kontextuellen Faktoren determinieren, die das Angebot an GuK-Personal in Österreich beeinflussen:
- (1a) Wie sieht die räumliche Verteilung und jährliche Schwankung des Angebots an GuK-Personal in Österreich aus? – Hier werden wir zeigen, wie viele Arbeitskräfte in GuK es in den verschiedenen Regionen Österreichs gibt und wie viele kommen und gehen.
- (1b) Wie erklären kontextuelle Faktoren das Angebot an GuK-Personal? – Wir werden analysieren, wie die Zahlen aus (1a) von regionalen Merkmalen abhängen.
- (2) Was sind die typischen Wege in GuK-Berufe und welche individuellen und kontextuellen Faktoren beeinflussen diese? - Wir werden zeigen, welche soziodemografischen und wirtschaftlichen Gruppen in verschiedenen Regionen (Kontexten) am ehesten einen GuK-Beruf ergreifen.
- (3) Welche individuellen und kontextuellen Faktoren beeinflussen den Austritt aus GuK Jobs? – Hier werden wir die Faktoren analysieren, die dazu führen, dass GuK-Personal seine Beschäftigung eher reduziert oder ganz aufgibt.
Zur Beantwortung dieser Fragen verwenden wir pseudonymisierte Mikrodaten aus zwei verschiedenen Quellen: dem Gesundheitsberuferegister (GBR) und den administrativen Datensätzen des Austrian Microdata Center (AMDC), die soziodemografischen Daten, Erwerbsverläufe, Erwerbs- und Einkommensstatistik umfassen. Wir verknüpfen diese Daten und kombinieren sie mit lokalen Statistiken auf der NUTS-3-Ebene oder Bezirksebene. Lokale Statistiken geben Aufschluss über den Kontext, in dem die GuK-Beschäftigten leben und arbeiten, wie z. B. die Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung, die Arbeitslosenquote, die Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen, das Durchschnittsgehalt oder Grenznähe.
Eine erstmals so umfangreiche und dennoch detaillierte Darstellung des GuK-Personals in Österreich wird erst durch die neuen Mikrodaten ermöglicht. Keine Umfragedaten können so reichhaltige Informationen von ähnlicher hoher Qualität liefern. Gleichzeitig lassen die von uns verwendeten Daten keine persönliche Identifizierung von Personen zu.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms Data:Research:Austria der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanziert.