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Hitzeschutz in Gesundheitseinrichtungen: Wie Österreich sein Gesundheitswesen klimafit macht

Hitze zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Kinder und Pflegebedürftige – aber auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere Gesundheitseinrichtungen stehen vor wachsenden Herausforderungen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz arbeitet die Gesundheit Österreich (GÖG) deshalb daran, das österreichische Gesundheitswesen klimaresilient und hitzefit zu machen.
 

Wo Gesundheitseinrichtungen besonders stark von Hitze betroffen sind

Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der GÖG analysiert die Hitzeexposition von 1.239 Krankenanstalten, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten in ganz Österreich. Ziel ist es, besonders belastete Standorte zu identifizieren und Hitzeschutzmaßnahmen künftig gezielt dort umzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Welche Maßnahmen Gesundheitseinrichtungen vor Hitze schützen

Die GÖG begleitet gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium das Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“, an dem bereits mehr als 550 Einrichtungen aus allen Bundesländern teilnehmen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickeln sie Maßnahmen, die sowohl den Klimaschutz als auch den Schutz vor Hitze verbessern.

Dazu gehören unter anderem:

  • thermische Sanierung und Dämmung von Gebäuden,
  • wirksame Beschattungssysteme,
  • Optimierung von Lüftungs- und Klimatisierungssystemen sowie
  • Begrünung von Innen- und Außenbereichen.

Damit verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz: Klimaanlagen allein reichen nicht aus – entscheidend ist das Zusammenspiel aus baulichen, technischen und naturbasierten Maßnahmen.

Wie Wissen, Vernetzung und Praxiserfahrung den Hitzeschutz verbessern

Neben baulichen Maßnahmen setzt die Gesundheit Österreich auf Kompetenzaufbau, Vernetzung und die enge Zusammenarbeit aller Akteur:innen im Gesundheitswesen. Denn die Herausforderungen durch zunehmende Hitzeperioden können nur gemeinsam bewältigt werden. 

Ein wichtiger Baustein ist die Aktion „Hitze im Blick“, die vom Österreichischen Netzwerk gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) gemeinsam mit der GÖG umgesetzt wird. Gesundheitseinrichtungen sind eingeladen, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit zu messen, Beobachtungen aus dem Arbeitsalltag zu dokumentieren und Erfahrungen mit bereits umgesetzten Hitzeschutzmaßnahmen zu teilen. Die Erkenntnisse helfen dabei, Hitzebelastungen besser zu verstehen, erfolgreiche Maßnahmen sichtbar zu machen und den Erfahrungsaustausch zwischen Einrichtungen zu fördern.

Klimamanager:innen verankern Hitze- und Klimaschutz im Arbeitsalltag

Österreichweit wurden bereits 126 Klimamanagerinnen und Klimamanager ausgebildet. Sie entwickeln Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in ihren Einrichtungen, koordinieren Verbesserungsprozesse und verankern Klima- und Hitzeschutz langfristig im Arbeitsalltag. So tragen sie beispielsweise dazu bei, Hitzeschutzpläne zu entwickeln, Mitarbeitende zu sensibilisieren und Maßnahmen zur Verringerung der Hitzebelastung systematisch umzusetzen. Gleichzeitig entsteht ein praxisorientierter Leitfaden für Sozial- und Betreuungseinrichtungen, der Einrichtungen dabei unterstützt, Hitzerisiken frühzeitig zu erkennen, besonders gefährdete Personen zu identifizieren und geeignete Hitzeschutzmaßnahmen zu priorisieren. 

Bundesweite Netzwerke bündeln Wissen und Praxiserfahrung

Ergänzend koordiniert die GÖG im Auftrag des Gesundheitsministeriums die bundesweite Arbeitsgruppe Hitze sowie das Klima-Gesundheitsnetzwerk. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern, Sozialversicherung, Wissenschaft und Praxis werden Erfahrungen gebündelt, Schulungsangebote entwickelt und praxistaugliche Maßnahmen für den regionalen und lokalen Kapazitätsaufbau umgesetzt. So entsteht ein österreichweites Netzwerk, das Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützt, sich nachhaltig an die Folgen des Klimawandels anzupassen und ihre Resilienz gegenüber Hitze zu stärken.

Hitzeschutz: Forschungsprojekte untersuchen Belastungen und wirksame Schutzmaßnahmen

Wissenschaftlich begleitet werden diese Aktivitäten durch Forschungsprojekte wie PARAHSOHL und HeatProtect, die untersuchen, wie sich Hitze auf Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte auswirkt und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewähren.

Mit der Analyse der Hitzeexposition, der Beratung von Gesundheitseinrichtungen, der Ausbildung von Fachkräften und der Entwicklung wissenschaftlich fundierter Hitzeschutzmaßnahmen leistet die GÖG einen wesentlichen Beitrag dazu, das österreichische Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Angesichts zunehmender Hitzewellen gewinnt diese Arbeit weiter an Bedeutung – für den Schutz von Patientinnen und Patienten ebenso wie für sichere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.

Kurz zusammengefasst - Was die Gesundheit Österreich für ein hitzeresilientes Gesundheitswesen leistet:

  • Hitze zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels und belastet insbesondere Gesundheitseinrichtungen sowie vulnerable Bevölkerungsgruppen.
  • Die Gesundheit Österreich (GÖG) analysiert derzeit die Hitzeexposition von 1.239 Krankenanstalten, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten, um besonders belastete Standorte zu identifizieren und gezielte Hitzeschutzmaßnahmen zu ermöglichen.
  • Mehr als 550 Gesundheitseinrichtungen arbeiten bereits im Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ an Maßnahmen wie Beschattung, thermischer Sanierung oder der Optimierung von Lüftungs- und Klimasystemen.
  • Durch die Ausbildung von 126 Klimamanagerinnen und Klimamanagern, die Entwicklung praxisnaher Leitfäden sowie die Koordination bundesweiter Netzwerke stärkt die GÖG den Wissensaustausch und unterstützt Gesundheitseinrichtungen bei der Anpassung an den Klimawandel.
  • Forschungsprojekte wie PARAHSOHL und HeatProtect liefern die wissenschaftliche Grundlage, um wirksame Hitzeschutzmaßnahmen weiterzuentwickeln und das Gesundheitswesen langfristig klimaresilient zu gestalten.
     

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