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Einsamkeit: Rund jede fünfte junge Person betroffen

Junge Menschen sind besonders häufig von Einsamkeit betroffen. Aktuelle Daten der Gesundheit Österreich zeigen: Rund jede fünfte Person zwischen 16 und 24 Jahren fühlt sich immer oder meistens einsam. Zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober rücken damit soziale Verbundenheit und die psychische Gesundheit junger Menschen in den Fokus.

Einsamkeit ist mehr als Alleinsein. Sie beschreibt das subjektive Gefühl, dass Verbundenheit, Nähe oder Zugehörigkeit fehlen – und kann auch entstehen, wenn Menschen regelmäßig Kontakt zu anderen haben. Aktuelle Auswertungen der Gesundheit Österreich zeigen, dass dieses Gefühl in Österreich ungleich verteilt ist: Besonders häufig betroffen sind junge Menschen, Frauen und sozioökonomisch benachteiligte Personen.

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Yellow September – Gemeinsam statt einsam: 1 von 5 Jugendlichen fühlt sich oft einsam. Illustration zeigt Jugendliche, die sich in Gruppen unterhalten oder allein sitzen.


Die Daten stammen aus dem Panel Gesundheitsförderung vom Juni 2026. Ergänzend wurden Daten der österreichischen HBSC-Erhebung 2021/22 herangezogen, um die Situation von Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren abzubilden.

Einsamkeit betrifft junge Menschen besonders häufig

Bei den 16- bis 24-Jährigen berichten rund 20 Prozent, sich immer oder meistens einsam zu fühlen. Ein noch deutlicheres Bild ergibt die UCLA-3-Einsamkeitsskala, die neben dem Gefühl von Einsamkeit auch mangelnde soziale Eingebundenheit und Isolation berücksichtigt: Demnach gelten 47 Prozent der 16- bis 24-Jährigen als einsam. In der Gesamtbevölkerung sind es 23 Prozent.

Auch bei Jugendlichen zeigt sich ein ähnliches Bild. Laut HBSC-Daten fühlte sich jedes fünfte Mädchen und etwa jeder zehnte Bursche zwischen 11 und 17 Jahren meistens oder immer einsam. Ältere Jugendliche berichteten häufiger von Einsamkeit als jüngere. 

Einsamkeit steht dabei in engem Zusammenhang mit der Gesundheit. Je häufiger sie erlebt wird, desto geringer sind Lebenszufriedenheit und psychisches Wohlbefinden und desto häufiger treten depressive Verstimmungen auf. Bei jungen Menschen zeigen sich außerdem Zusammenhänge mit körperlichen Beschwerden wie Schlafproblemen, Kopf- oder Bauchschmerzen und Erschöpfung.

Welche Rolle spielen soziale Medien?

Gerade bei jungen Menschen gehört die digitale Welt zum sozialen Alltag. Rund jede dritte Person zwischen 16 und 24 Jahren verbringt vier Stunden oder mehr pro Tag auf Social-Media-Plattformen. Die Daten zeigen jedoch kein einfaches Bild von „viel Social Media gleich viel Einsamkeit“. Entscheidend ist auch, wie soziale Medien genutzt werden.

Soziale Medien können einerseits dazu dienen, Freundschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Gerade junge Menschen, die sich einsam fühlen, erleben den digitalen Raum teilweise als niedrigschwelligeren Ort für soziale Kontakte: Rund die Hälfte von ihnen gibt an, dort ungezwungener interagieren zu können. Ein Drittel findet online leichter Menschen, von denen sie sich verstanden fühlen. 

Gleichzeitig zeigen die Daten Zusammenhänge zwischen intensiver beziehungsweise stärker passiver Nutzung und Einsamkeit. Junge Menschen, die sich einsam fühlen, berichten beispielsweise häufiger, länger als geplant am Handy zu sein oder andere Lebensbereiche wegen sozialer Medien zu vernachlässigen.

KI als Gesprächspartner:in

Auch Künstliche Intelligenz spielt im Alltag junger Menschen bereits eine Rolle. 80 Prozent der 16- bis 24-Jährigen geben an, KI-Anwendungen zu nutzen. Neben Recherche oder dem Verfassen von Texten werden Chatbots teilweise auch für sehr persönliche Themen verwendet.

39 Prozent haben KI bereits genutzt, um Dinge zu besprechen, über die sie mit anderen Menschen nur ungern sprechen. 38 Prozent haben damit Sorgen, Probleme oder Gefühle besprochen und rund ein Viertel hat KI bereits eingesetzt, um sich nicht alleine zu fühlen.

Besonders deutlich wird diese Funktion bei jungen Menschen, die sich häufig einsam fühlen: Rund 29 Prozent von ihnen geben an, dass KI-Chatbots für sie eine emotionale Stütze sind. Bei Gleichaltrigen, die sich nicht einsam fühlen, liegt dieser Anteil bei rund 13 Prozent.

Was junge Menschen selbst gegen Einsamkeit vorschlagen

Was soziale Verbundenheit stärken kann, war 2026 auch Gegenstand des GÖG-Beteiligungsprozesses „True Connection – Gemeinsam statt einsam“. Mehr als 100 Ideen wurden online eingebracht und anschließend gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterentwickelt. 

Dabei kristallisierten sich mehrere Ansatzpunkte heraus: Junge Menschen wünschen sich unter anderem mehr konsumfreie und leicht zugängliche Begegnungsorte, gemeinschaftliche Freizeitangebote, Peer-to-Peer-Angebote sowie gut erreichbare Beratungs- und Unterstützungsangebote. Auch Mitsprachemöglichkeiten, soziale Absicherung und die bessere Sichtbarkeit bereits bestehender Angebote wurden thematisiert.

Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für einen neuen Förderschwerpunkt im Rahmen der Initiative „ABC der psychosozialen Gesundheit junger Menschen“.

Yellow September: Ein Monat im Zeichen sozialer Verbundenheit

Mit dem Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober endet zugleich der diesjährige Yellow September. Der österreichweite Aktionsmonat verbindet seit 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, Organisationen und Initiativen unter einer gemeinsamen Dachmarke für psychosoziale Gesundheit, Fürsorge und Entstigmatisierung. 

2026 stand erstmals ein gemeinsamer Jahresschwerpunkt im Mittelpunkt: Einsamkeit und soziale Verbundenheit. Unter dem Motto „Gemeinsam geht mehr!“ machten zahlreiche Aktivitäten auf das Thema aufmerksam. Der Schwerpunkt knüpfte auch an „True Connection“ an und rückte damit insbesondere die Erfahrungen und Ideen junger Menschen in den Blick. 

Auf einen Blick:

  • 20 % der 16- bis 24-Jährigen fühlen sich immer oder meistens einsam.
  • 47 % der 16- bis 24-Jährigen gelten nach der UCLA-3-Einsamkeitsskala als von Einsamkeit betroffen.
  • Jedes fünfte Mädchen und etwa jeder zehnte Bursche zwischen 11 und 17 Jahren fühlt sich meistens oder immer einsam.
  • Rund jede dritte Person zwischen 16 und 24 Jahren verbringt täglich mindestens vier Stunden auf Social Media.
  • 80 % der jungen Menschen nutzen KI-Anwendungen; rund ein Viertel hat KI bereits genutzt, um sich nicht alleine zu fühlen.
  • Bei „True Connection“ brachten junge Menschen mehr als 100 Ideen für mehr soziale Verbundenheit ein. Daten Pressekonferenz Daten Pressekonferenz Daten Pressekonferenz

Studien: