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Patientenzentrierung und digitale Gesundheitskompetenz in der Versorgung stärken

Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem
Auftraggebende Stelle:BMASGPK
Laufzeit:Jan. bis Dez. 2025
Ansprechperson:Christoph Schmotzer

Die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens ermöglicht neue Angebote wie z. B. im Bereich KI-gestützter Diagnostik und Telemedizin. Die aktive Teilnahme an der eigenen Gesundheitsversorgung und das Selbstmanagement der Patientinnen und Patienten kann damit potenziell gestärkt werden (z. B. Patientenportale). Damit verbunden steigen jedoch auch die Anforderungen an die Bevölkerung, die Gesundheitsberufe und die Einrichtungen hinsichtlich digitaler Gesundheitskompetenz, und es ergeben sich vielfältige Herausforderungen im System hinsichtlich einer patientenzentrierten, chancengerechten Versorgung (z. B. Gewährleistung hybrider Angebote mit digitaler und analoger Komponente).

In der Österreichischen Gesundheitskompetenz-Erhebung 2020 zeigte sich, dass die größten Herausforderungen bei der navigationalen und digitalen GK bestehen. Es zeigte sich auch, dass es in der Bevölkerung eine hohe generelle Nutzung digitaler Ressourcen in Zusammenhang mit gesundheitlichen Themen gibt: Gesundheitsinformationen im Internet, soziale Medien, digitale Geräte in Zusammenhang mit Gesundheit und medizinischer Versorgung; Gesundheits-Apps am Handy; digitale Möglichkeiten zur Interaktion mit Gesundheitsdienstleisterinnen und -dienstleistern. In der 2024 vorgestellten österreichischen eHealth-Strategie stehen die Patientinnen und Patienten sowie die Qualität der Versorgung durch die GDA und durch die Gesundheitsberufe im Zentrum der Ziele und Maßnahmen zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Es gilt die Zugangs- und Versorgungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung sowohl digitaler als auch analoger Möglichkeiten patientenzentriert weiterzuentwickeln und die integrierte Versorgung kontinuierlich zu optimieren. Die Stärkung der (digitalen) GK der Bevölkerung, der GDA und der Angehörigen der Gesundheitsberufe wurde als eigenes Ziel mit Maßnahmen zur Umsetzung in der Strategie verankert. Das Self-Care Framework der WHO trägt der Tatsache Rechnung, dass die Menschen zusätzlich zu den traditionellen Selbstversorgungspraktiken vielfältigen Zugang zu neuen Informationen, Produkten und Maßnahmen über das Internet, Geschäfte und Apotheken haben. Digitale Gesundheits- und Mobiltechnologien nehmen rapide zu, nicht nur als Zugangsmöglichkeiten, sondern auch in vielen anderen Aspekten der Selbstversorgung. Eine gute Anleitung durch Gesundheitsfachkräfte, die speziell für Self-Care geschult sind, ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Auf politischer Ebene ist es wichtig, dass ein unterstützendes und qualitätsgesichertes Umfeld für die Einführung von Selbstversorgungsmaßnahmen geschaffen wird.

Um vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Entwicklungen die umfassenden Reformziele im österreichischen Gesundheitssystem erreichen zu können, ist daher eine Stärkung der digitalen GK der Bevölkerung und ein qualitätsgesicherter, niederschwelliger Zugang zu Angeboten der Selbstversorgung unverzichtbar. 

Folgende Ziele und Fragestellungen stehen im Fokus:

  • Welche praxisbewährten Strategien und Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gibt es national/international?
  • Welche Zielgruppen und Anwendungsbereiche für Self-care gibt es in Österreich?
  • mittelfristig: ein Umsetzungskonzept und laufende Dissemination von Maßnahmen zur Stärkung von Self-Care (ab 2026)

Die Schwerpunkte in der Bearbeitung waren im Jahr 2025:

  • digitale Gesundheitskompetenz: Literaturrecherche evidenzbasierter, praxisbewährter Maßnahmen national und international zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz der Bevölkerung
  • Self-Care und Selbstmanagement: Literaturrecherche und Grobkonzept für Selbstversorgung am öffentlichen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at
  • Bekanntmachung und Sensibilisierung hinsichtlich Anwendung und Nutzen von Gesundheits-kompetenz über Public Health hinausgehend in anderen Bereichen (v. a. in der Versorgung)

Die Recherchen und Empfehlungen sind die Basis für erste Umsetzungen von Selbstmanagement auf gesundheit.gv.at in Abstimmung mit der Patientenwege-Initiative ab 2026.