Transplant-Jahresbericht 2025: Mehr Organspenden, mehr Transplantationen
Das an der Gesundheit Österreich angesiedelte Organisationsbüro für das Transplantationswesen veröffentlichte den Transplant-Jahresbericht für das Jahr 2025. Dieser zeigt eine positive Entwicklung: Mehr Organspenden und Transplantationen, deutlich kürzere Wartelisten sowie Fortschritte bei Stammzelltransplantationen und CAR-T-Zell-Therapien in Österreich.
2025 wurden in Österreich 733 Organtransplantationen durchgeführt – um 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der realisierten Organspenden deutlich an, während die Zahl der Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten von 848 auf 725 zurückging. Das zeigt der aktuelle Transplant-Jahresbericht des Organisationsbüros für das Transplantationswesen (ÖBIG-Transplant) an der Gesundheit Österreich (GÖG).
Der Großteil der transplantierten Organe stammte von verstorbenen Spenderinnen und Spendern: 666 Transplantationen wurden mit Organen Verstorbener durchgeführt, weitere 67 mit Organen von Lebendspenderinnen und Lebendspendern. Besonders häufig wurde die Niere transplantiert. Mit 385 Nierentransplantationen bleibt sie das mit Abstand am häufigsten verpflanzte Organ. Österreich nimmt zudem im internationalen Vergleich weiterhin eine starke Position ein: Bei Lungentransplantationen lag das Land zuletzt an zweiter Stelle in Europa – direkt hinter Spanien.
Deutlicher Anstieg bei den Organspenden
Auch bei den Organspenden zeigt sich eine positive Entwicklung. Im Jahr 2025 wurden 358 verstorbene Personen als potenzielle Organspenderinnen und Organspender gemeldet. In 204 Fällen konnte mindestens ein Organ erfolgreich entnommen und transplantiert werden. Im Vergleich zum Jahr 2024 entspricht das einem Anstieg von rund 23 Prozent bei den realisierten Organspenden.
Umgerechnet auf die Bevölkerung stieg die Zahl der Organspenderinnen und Organspender von 18,1 auf 22,2 Personen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner. Im Durchschnitt konnten pro Spenderin bzw. Spender 3,2 Organe transplantiert werden.
Wartelisten werden kürzer
Die steigende Zahl an Organspenden und Transplantationen wirkt sich direkt auf die Wartelisten aus. Ende 2025 warteten 725 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan, ein Jahr zuvor waren es noch 848 Personen. Damit ging die Zahl der Wartenden um rund 15 Prozent zurück.
Die meisten Betroffenen warteten auf eine Niere. Während die Wartezeiten je nach Organ unterschiedlich ausfallen, bleibt die Organtransplantation für viele Menschen mit Organversagen die wirksamste Möglichkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung nachhaltig zu verbessern.
Stammzellspende und CAR-T-Zell-Therapie weiter etabliert
Neben Organtransplantationen dokumentiert der Jahresbericht auch Entwicklungen im Bereich der Stammzelltransplantation. Im österreichischen Stammzellregister waren 2025 nahezu 148.000 Spenderinnen und Spender erfasst. Durch die internationale Vernetzung standen weltweit rund 44,4 Millionen potenzielle Spenderinnen und Spender zur Verfügung.
Insgesamt wurden 562 Stammzelltransplantationen durchgeführt. Gleichzeitig stieg die Zahl der CAR-T-Zell-Therapien auf 176 und damit um rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für knapp 89 Prozent der Patientinnen und Patienten auf der Suche nach einer passenden Fremdspenderin bzw. einem passenden Fremdspender konnte ein geeignetes Match gefunden werden.
Förderung stärkt Transplantationswesen
Die positiven Entwicklungen werden auch durch gezielte Fördermaßnahmen unterstützt. Seit 2001 existiert in Österreich ein Förderprogramm für das Transplantationswesen, das aktuell mit jährlich fünf Millionen Euro ausgestattet ist. ÖBIG-Transplant verwaltet diese Mittel und setzt gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen Maßnahmen zur Förderung der Organ- und Stammzellspende sowie der Transplantation um. Das aktuelle Förderprogramm läuft bis Ende 2028.
Internationaler Tag der Organspende
Der Internationale Tag der Organspende wird jährlich am ersten Samstag im Juni begangen und fällt 2026 auf den 6. Juni. Er macht auf die Bedeutung von Organ- und Gewebespenden aufmerksam und würdigt Organspenderinnen und Organspender sowie deren Angehörige. Ziel ist es, über Organspende zu informieren, Vorurteile abzubauen und Menschen dazu anzuregen, sich mit ihrer persönlichen Entscheidung auseinanderzusetzen.
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