Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in der Primärversorgung

Auftraggeber: Fonds Gesundes Österreich, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Laufzeit: Jänner 2018 bis Dezember 2019
Ansprechperson GÖG: Daniela Rojatz

Studien zeigen, dass nur ein Teil der Gesundheit von medizinischen Interventionen abhängt und gesundheitsfördernde und gesundheitskompetente Interventionen einen bedeutenden Einfluss ausüben. Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verdeutlichen dies. Vielfach können ein gesunder Lebensstil und gesunde Lebensbedingungen das Eintreten dieser Erkrankungen verhindern oder ihren Verlauf positiv beeinflussen. Zudem gilt es Patientinnen/Patienten und ihr Umfeld im Umgang mit der Erkrankung zu stärken. Schließlich sind sie es, die den Großteil des Gesundheits- und Krankheitsmanagements übernehmen. Die Gesundheitsberufe können sie dabei begleiten und unterstützen.

Mit dem neuen Primärversorgungskonzept „Das Team rund um den Hausarzt“ und dem Primärversorgungsgesetz wurden daher Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz als wichtige Aufgaben der Primärversorgungseinheiten (Gesundheitszentren) definiert. Ergänzend zur Krankenbehandlung rücken damit auch die Gesundheitsressourcen der Patientinnen/Patienten in den Fokus der Primärversorgung. Projekte im Auftrag des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger und des Fonds Gesundes Österreich, umgesetzt durch die Gesundheit Österreich GmbH und das Institut für Gesundheitsförderung und Prävention, unterstützen die systematische Implementierung des neuen Aufgabenbereichs in die neuen Primärversorgungseinheiten.

In einem ersten Schritt wurden auf Basis einer Literaturrecherche, von Site-Visits in Primärversorgungseinheiten und bei Modellen guter Praxis sowie von Diskussionen mit Praktikerinnen und Praktikern bei einschlägigen Veranstaltungen zwei Produkte entwickelt:

Eckpunkte eines Idealmodells einer an Gesundheit orientierten Primärversorgung:
Diese soll Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern von Primärversorgungseinheiten und Finanziers als orientierende Landkarte über Vision und Mission einer derartigen Einrichtung dienen und eine Grundlage für ein gemeinsames Verständnis bilden.

Eine Ausfüllhilfe für das Versorgungskonzept bezüglich der Aspekte Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz:
Gründerinnen und Gründer von Primärversorgungseinheiten müssen vor deren Gründung ein Konzept vorlegen, das erläutert, wie sie dem Versorgungsbedarf in der Region entsprechen möchten. Hierzu liefert die Ausfüllhilfe eine Handreichung dahingehend, bei welchen Aspekten des Versorgungskonzepts die drei Komponenten mit zu berücksichtigen sind. Zudem werden Maßnahmen aufgezeigt, wie dies in der Praxis aussehen kann.

In einem nächsten Schritt soll eine Starterbox für das Primärversorgungsteam mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen (Broschüren, Flyer, „how to“-Anweisungen etc.) entwickelt werden. Die Starterbox wird sowohl Maßnahmen der Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz zur Umsetzung durch das PVE-Team enthalten als auch Verweise auf regionale und bundesweite Angebote.

Weiterlesen:
Eckpunkte Idealmodell

Ausfüllhilfe Versorgungskonzept