Umsetzungsunterstützung sowie Evaluation des Einsatzes eines Audio- und Videodolmetsch-Tools in Primärversorgungseinheiten (PVE)
In Österreich steht die Primärversorgung vor der Herausforderung, dass ein signifikant großer Teil der Bevölkerung mit Sprachbarrieren konfrontiert ist. Dies führt häufig dazu, dass Patientinnen und Patienten, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, Schwierigkeiten haben, Gesundheitsinformationen zu verstehen oder sich im medizinischen Gespräch ausreichend auszudrücken.
Um eine barrierefreie Kommunikation sicherzustellen, wurde von den Zielsteuerungspartnern gemäß § 9a Abs 1 Z 1 lit c GZG und gemäß Art 31 der Vereinbarung nach Art 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens ein Projekt zur flächendeckenden Implementierung eines Audio- und Videodolmetsch-Tools initiiert: Im Rahmen des ELGA-Jahresbudgets 2025 werden der ÖGK finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um im Auftrag der Zielsteuerungspartner auf Bundesebene einen Video- und Audiodolmetsch-Service für 76 Primärversorgungseinheiten (PVE) zu etablieren und zu evaluieren. Änderungen im Leistungs-recht der Krankenversicherung werden dadurch nicht festgelegt.
Für die Zurverfügungstellung der technischen Plattform, das Benutzermanagement, das technische Onboarding sowie die Organisation der Schulungen wurde von der ÖGK auf Basis einer Rahmenvereinbarung der Bundesbeschaffung GmbH die Firma SAVD Videodolmetschen GmbH (im Folgenden: SAVD) beauftragt.
Die von der Gesundheit Österreich GmbH betriebene Plattform Primärversorgung übernimmt hierbei über die GÖ FP eine koordinierende und unterstützende Rolle. Ziel war es, die ÖGK bei der organisatorischen Umsetzung, der Kommunikation mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren sowie der Evaluierung zu begleiten. Damit soll die nachhaltige Integration des Audio- und Videodolmetsch-Tools in die Versorgungsprozesse gewährleistet und die Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten mit Sprachbarrieren verbessert werden. 2025 zeigte sich grundsätzlich hohes Interesse an der Anbindung, gleichzeitig führten Abstimmungsaufwände sowie Unklarheiten/Verzögerungen in Beauftragung und Finanzierung zu Umsetzungshemmnissen. Eine Nutzungsanalyse wird aufgrund des noch laufenden Anbindungsprozesses schwer-punktmäßig 2026 im Rahmen der Evaluierung durchgeführt. Ein Endbericht mit einem Umset-zungs- und Skalierungskonzept wurde erstellt.