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Kultur auf Rezept: EU-Bericht wird in Wien präsentiert

Am 15. Jänner 2026 stellen GÖG und BMWKMS erstmals gemeinsam den EU-Bericht „Culture and Health: Time to Act" vor. Das Dokument anerkennt kulturelle Teilhabe als evidenzbasierten Gesundheitsfaktor. Internationale Expertinnen und Experten präsentieren Best-Practice-Beispiele.

Mit dem Bericht „Culture and Health: Time to Act" liegt erstmals ein offizielles Policy-Dokument der Europäischen Union vor, das Kultur und Gesundheit systematisch zusammenbringt. Damit vollzieht die EU einen Paradigmenwechsel: Kulturelle Teilhabe wird nicht nur als gesellschaftlicher Mehrwert betrachtet, sondern als evidenzbasierter Gesundheitsfaktor anerkannt – vergleichbar mit Bewegung oder gesunder Ernährung.

Der Bericht wurde im Rahmen des EU-Arbeitsplans für Kultur 2023–2026 von einer Expertengruppe aus allen Mitgliedstaaten erarbeitet. Er bündelt internationale wissenschaftliche Evidenz, Good Practice Beispiele aus EU-Ländern und formuliert konkrete Empfehlungen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Kultur- und Gesundheitssektor. In Österreich findet mit der Präsentation des Berichts „Culture and Health: Time to Act“ am 15. Jänner 2026 im Haus der Musik erstmals eine gemeinsame Veranstaltung einer Gesundheitseinrichtung (GÖG) und einer Kulturbehörde (BMWKMS) statt.

Kultur auf Rezept als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen

Der EU-Bericht zeigt: Regelmäßige Teilnahme an kulturellen Aktivitäten senkt Stress, Angst und depressive Symptome. 87 Prozent der Eurobarometer-Befragten gaben an, dass kulturelle Veranstaltungen ihr Wohlbefinden verbessern. Eine britische Studie weist einen Return on Investment von 1:9 aus – pro investiertem Euro entstehen neun Euro gesellschaftlicher Nutzen.

Der Bericht versteht „Culture & Health" als Antwort auf die alternde Bevölkerung, zunehmende Einsamkeit und die Krise der mentalen Gesundheit, deren Kosten in der EU auf 600 Milliarden Euro jährlich geschätzt werden. Als Pioniere gelten Programme im baltischen Raum und Dänemark, wo 90 Prozent der Teilnehmenden von verbessertem Wohlbefinden berichten.

In Österreich zeigen Pilotprojekte messbare Erfolge: Bei 1.233 beratenen Patientinnen und Patienten wurden 85 Prozent erfolgreich an passende Angebote weitervermittelt. 93 Prozent würden Social Prescribing weiterempfehlen.

Programm mit internationalen Expertinnen und Experten

Bei der Veranstaltung am 15. Jänner im Haus der Musik werden die zentralen Ergebnisse des Berichts vorgestellt. Internationale Fachleute aus dem baltischen Raum, Frankreich und weiteren EU-Staaten präsentieren Erfahrungen mit Arts on Prescription. Ein Schwerpunkt liegt auf der psychischen Gesundheit junger Menschen. Die Keynote hält Univ.-Prof. Dr. Paul Plener von der MedUni Wien.

Das Programm umfasst Keynotes, künstlerische Präsentationen und Diskussionen. Die Veranstaltung markiert zugleich das fünfjährige Jubiläum von ARTS for HEALTH AUSTRIA.

Veranstaltungsdetails

Donnerstag, 15. Jänner 2026, 9–16 Uhr  
Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien  

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten: anmeldung@artsforhealthaustria.eu
 

Zur Veranstaltung

ARTS for HEALTH AUSTRIA

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