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Was ist Health in All Policies (HiAP)?

Health in All Policies (HiAP) ist ein Ansatz der Gesundheitsförderung, der darauf abzielt, Gesundheit in allen Politikbereichen systematisch zu berücksichtigen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie politische Entscheidungen die Gesundheit der Bevölkerung beeinflussen und wie positive Effekte gestärkt sowie negative Auswirkungen vermieden werden können.

Grundverständnis

HiAP basiert auf der Erkenntnis, dass zentrale Einflussfaktoren auf Gesundheit außerhalb des Gesundheitssystems liegen. Dazu zählen unter anderem Bildung, Arbeitsbedingungen, Einkommen, Umwelt oder soziale Sicherheit.

Diese sogenannten sozialen Determinanten der Gesundheit prägen maßgeblich die gesundheitlichen Chancen in der Bevölkerung und sind wesentlich für gesundheitliche Ungleichheiten verantwortlich.

 Ansatz

HiAP verfolgt einen sektorübergreifenden Ansatz. Gesundheit wird nicht als isoliertes Politikfeld verstanden, sondern als Querschnittsthema, das in allen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollte.

Ziel ist eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik, die:

  • gesundheitliche Auswirkungen systematisch mitdenkt
  • Synergien zwischen Politikfeldern nutzt
  • gesundheitliche Ungleichheiten reduziert
     

Prinzipien

Zentrale Prinzipien von HiAP sind:

  • Legitimität
  • Rechenschaftspflicht
  • Transparenz
  • Beteiligung
  • Nachhaltigkeit
  • Zusammenarbeit über Sektoren hinweg
     

Einordnung in Public Health

HiAP ist international ein etablierter Ansatz der Gesundheitsförderung und eng mit zentralen Konzepten der Gesundheitsförderung verbunden. Dazu zählen insbesondere die Ottawa-Charta der WHO, die Gesundheit als Ergebnis gesellschaftlicher Rahmenbedingungen versteht, sowie der Ansatz der sozialen Determinanten der Gesundheit.

Auch aktuelle Strategien wie die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen greifen diesen Gedanken auf und betonen die Bedeutung sektorübergreifender Zusammenarbeit für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung.