Ziele und Nutzen der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA)
Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) unterstützt eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik, indem sie gesundheitliche Auswirkungen geplanter Vorhaben sichtbar macht und politische Entscheidungsprozesse verbessert. Sie trägt dazu bei, gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren und evidenzbasierte Entscheidungen zu fördern.
Ziele der Gesundheitsfolgenabschätzung
Die Gesundheitsfolgenabschätzung zielt darauf ab, eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik zu unterstützen und weiterzuentwickeln.
GFA prüft die Gesundheitsauswirkungen geplanter politischer Vorhaben, Programme oder Projekte in unterschiedlichen Politikfeldern und erarbeitet Empfehlungen, wie diese im Sinne der Gesundheit optimiert werden können.
Ein zentrales Ziel ist es, gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren und die gesundheitliche Chancengerechtigkeit in der Bevölkerung zu verbessern.
Nutzen für den Gesundheitssektor
Die Gesundheitsfolgenabschätzung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik.
Durch den GFA-Prozess:
- werden Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger für das Thema Gesundheit sensibilisiert
- wird die intersektorale Zusammenarbeit gestärkt und ein ressortübergreifender Interessenausgleich gefördert
- werden gesundheitlich relevante Einflussfaktoren in unterschiedlichen Politikfeldern sichtbar gemacht
Die im Rahmen der GFA erarbeiteten Empfehlungen:
- bieten eine transparente Entscheidungsgrundlage
- zeigen konkrete Optionen zur Verbesserung gesundheitlicher Auswirkungen auf
- ermöglichen evidenzbasierte und informiertere Entscheidungen
Nutzen für andere Sektoren
Auch außerhalb des Gesundheitssektors bietet die Gesundheitsfolgenabschätzung einen klaren Mehrwert.
GFA trägt dazu bei:
- unerwünschte oder nicht beabsichtigte Auswirkungen von Entscheidungen frühzeitig zu erkennen
- Interessenskonflikte zwischen verschiedenen Politikbereichen zu reduzieren
- gemeinsame Ziele und Synergien zwischen Sektoren sichtbar zu machen
- die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Ressorts nachhaltig zu stärken
Nutzen für Bevölkerung und Partizipation
Die Gesundheitsfolgenabschätzung bezieht betroffene Bevölkerungsgruppen aktiv in den Prozess ein und stärkt damit Transparenz und Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen. GFA:
- nutzt die Bevölkerung als wichtige Informationsquelle
- fördert die Identifikation von Betroffenen mit politischen Entscheidungen
- stärkt Transparenz und Verständlichkeit von Entscheidungsprozessen
- trägt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts bei
- unterstützt die Bearbeitung und Lösung sozialer Konflikte
Ökonomischer Nutzen der GFA
Gesundheit hat einen direkten Einfluss auf wirtschaftliche Entwicklung, Produktivität und gesellschaftliche Stabilität. Ein schlechter Gesundheitszustand kann:
- die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verringern
- die Produktivität reduzieren
- die Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem erhöhen
Die Gesundheitsfolgenabschätzung trägt dazu bei, gesundheitliche Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu steuern. Dadurch können negative Effekte reduziert und langfristige Kosten vermieden werden.
Investitionen in GFA sind daher als „Investment in Health“ zu verstehen und weisen einen nachhaltigen ökonomischen Nutzen auf. Studien zeigen, dass der Nutzen der GFA die eingesetzten Ressourcen übersteigen kann, auch wenn Kosten und Nutzen in unterschiedlichen Sektoren anfallen.
Weiterführende Evidenz
Zur Bewertung der Wirksamkeit der Gesundheitsfolgenabschätzung stehen verschiedene Studien und internationale Analysen zur Verfügung, die den Nutzen und die Effektivität des Instruments untersuchen.