Grundlagen der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA)
Diese Seite vermittelt die Grundlagen der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA). Sie erläutert zentrale Definitionen, das Grundverständnis des Instruments sowie Werte und Prinzipien und ordnet GFA im Kontext von Health in All Policies ein.
Einordnung und Grundverständnis
Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) – international auch als Health Impact Assessment (HIA) bekannt – ist ein Instrument, um die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Politikbereichen in Gesundheitsbelangen zu verbessern. GFA leistet einen Beitrag zu Gesundheitsförderung sowie gesundheitlicher Chancengerechtigkeit und unterstützt die Berücksichtigung von Gesundheit in anderen Politikfeldern.
Durch die Anwendung von GFA können gesundheitliche Auswirkungen geplanter politischer Vorhaben besser abgeschätzt und auf Basis der generierten Empfehlungen gesteuert bzw. reduziert werden. Der Einsatz von GFA bildet damit eine Grundlage für die Umsetzung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik.
Internationale Definition
Um ein gemeinsames Verständnis von Gesundheitsfolgenabschätzung zu schaffen, wurde 1999 von der WHO am European Centre for Health Policy (ECHP) eine internationale Definition entwickelt („Gothenburg Consensus Paper“):
“Health Impact Assessment is a combination of procedures, methods and tools by which a policy, program or project may be judged as to its potential effects on the health of a population, and the distribution of those effects within the population.” (ECHP 1999)
Nationale Definition
Angelehnt an das „Gothenburg Consensus Paper“ definiert die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) die Gesundheitsfolgenabschätzung wie folgt:
Gesundheitsfolgenabschätzung ist ein systematischer Prozess zur Analyse und Bewertung geplanter politischer Vorhaben hinsichtlich der möglichen positiven und negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sowie deren Verteilung innerhalb der Bevölkerung. GFA dient dazu, politische Entscheidungen im Sinne einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik informierter zu gestalten.
Die GFA-Support-Unit an der Gesundheit Österreich GmbH verwendet bewusst die deutschsprachige Bezeichnung „Gesundheitsfolgenabschätzung“, um die Etablierung des Instruments im deutschsprachigen Raum zu unterstützen.
Werte und Grundsätze
Die Gesundheitsfolgenabschätzung basiert auf zentralen Werten und Grundsätzen, die im „Gothenburg Consensus Paper“ festgehalten sind:
- Demokratie
- Chancengleichheit
- Nachhaltigkeit
- Ethische Verwendung von Evidenz
Diese Prinzipien stellen sicher, dass gesundheitliche Auswirkungen transparent, nachvollziehbar und unter Einbeziehung relevanter Akteurinnen und Akteure bewertet werden.
Einordnung in Health in All Policies (HiAP)
Die Gesundheitsfolgenabschätzung ist ein Instrument im Kontext von Health in All Policies (HiAP). Während HiAP den strategischen Rahmen für die Berücksichtigung von Gesundheit in allen Politikbereichen beschreibt, bietet GFA ein konkretes Verfahren zur Analyse und Bewertung gesundheitlicher Auswirkungen geplanter Maßnahmen.
Weiterführende Informationen und erste Materialen
Für einen vertiefenden Einstieg in die Gesundheitsfolgenabschätzung stehen folgende Materialien zur Verfügung:
- GFA-Broschüre
- GFA-Informationsblatt
- Kurzinformation für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger
- GFA-Folienset Kurzinformation
- Gothenburg Consensus Paper
Bezug zur Gesundheit Österreich GmbH
In Österreich wird die Gesundheitsfolgenabschätzung maßgeblich durch die Gesundheit Österreich GmbH fachlich unterstützt und weiterentwickelt. Sie stellt Methoden, Leitfäden und Materialien bereit und begleitet die Anwendung der GFA in der Praxis.