Gesundheit in anderen Assessments
Gesundheit wird in unterschiedlichen Prüfverfahren und Bewertungsansätzen berücksichtigt, die in verschiedenen Politikfeldern eingesetzt werden. Die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) steht dabei nicht in Konkurrenz zu anderen Assessments, sondern ergänzt diese und macht gesundheitliche Auswirkungen systematisch sichtbar.
Diese Seite gibt einen Überblick über zentrale Ansätze und zeigt, wie Gesundheit in unterschiedlichen Bewertungsverfahren berücksichtigt wird.
Einordnung
In der Praxis ist es sinnvoll, bereits in der Planungsphase zu prüfen, ob bestehende Verfahren genutzt oder ergänzt werden können. Ziel ist es:
- Doppelstrukturen zu vermeiden
- Synergien zu nutzen
- gesundheitliche Aspekte systematisch zu berücksichtigen
Internationale Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine eigenständige Gesundheitsfolgenabschätzung notwendig bleibt, um den breiten Gesundheitsbegriff umfassend abzubilden.
Health Lens Analysis (HLA)
Die Health Lens Analysis baut auf der Gesundheitsfolgenabschätzung auf und erweitert diese um zusätzliche Methoden, etwa ökonomische Analysen. Der Prozess umfasst mehrere Schritte:
- Aufbau von Kooperationen zwischen Sektoren
- Sammlung und Analyse von Evidenz
- Entwicklung gemeinsamer Empfehlungen
- Begleitung von Entscheidungsprozessen
- Evaluation der Ergebnisse
Die Methode ermöglicht eine flexible Anpassung an unterschiedliche politische Fragestellungen.
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Strategische Umweltprüfung (SUP)
Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist in Österreich und der EU gesetzlich vorgeschrieben und prüft die Auswirkungen von Projekten auf die Umwelt.
Die Strategische Umweltprüfung bewertet Umweltwirkungen auf strategischer Ebene, etwa bei Programmen oder Plänen.
Gesundheit wird in diesen Verfahren zwar berücksichtigt, jedoch meist eingeschränkt und häufig auf physische Auswirkungen reduziert.
Die Gesundheitsfolgenabschätzung ergänzt diese Verfahren durch eine umfassendere Betrachtung von Gesundheit, einschließlich sozialer und psychischer Aspekte.
Sustainability Assessment
Die Nachhaltigkeitsbewertung betrachtet ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen von Entwicklung.
Gesundheit ist dabei nicht immer explizit definiert, wird jedoch über soziale Determinanten und Lebensbedingungen indirekt berücksichtigt.
GFA kann hier dazu beitragen, gesundheitliche Auswirkungen gezielt sichtbar zu machen.
Social Impact Assessment (SIA)
Das Social Impact Assessment analysiert die sozialen Auswirkungen von politischen Maßnahmen, Programmen oder Projekten.
Gesundheit spielt dabei eine wichtige Rolle, da soziale Faktoren eng mit gesundheitlichen Auswirkungen verbunden sind.
GFA und SIA ergänzen sich, da sie unterschiedliche Perspektiven auf ähnliche Fragestellungen einnehmen.
Health Technology Assessment (HTA)
Health Technology Assessment bewertet medizinische Technologien, Verfahren und Leistungen im Gesundheitswesen.
Im Unterschied dazu analysiert die Gesundheitsfolgenabschätzung die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Gesundheit der Bevölkerung.
Beide Ansätze unterscheiden sich in Zielsetzung und Methodik, sind jedoch komplementär.