Digitale Gesundheitskompetenz: Viele haben Probleme im Umgang mit Online-Gesundheitsinfos
Immer mehr Menschen in Österreich nutzen digitale Angebote für Gesundheitsinformationen. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Befragung: Vielen fällt es schwer, die Qualität dieser Informationen richtig einzuschätzen. Neue Daten aus dem Panel Gesundheitsförderung verdeutlichen den Handlungsbedarf.
Digitale Kanäle spielen eine immer größere Rolle bei der Suche nach Gesundheitsinformationen. Neben klassischen Websites und Suchmaschinen gewinnen soziale Medien, Chatbots sowie digitale Anwendungen wie Gesundheits-Apps oder Videokonsultationen zunehmend an Bedeutung.
Mit dieser Entwicklung rückt die digitale Gesundheitskompetenz stärker in den Fokus. Sie beschreibt die Fähigkeit, digitale Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, kritisch zu bewerten und im Alltag anzuwenden. Diese Kompetenz ist entscheidend, um fundierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen zu können.
Neue Daten zur digitalen Gesundheitskompetenz
Im Rahmen des „Panels Gesundheitsförderung“ wurden im Dezember 2024 aktuelle Daten zur digitalen Gesundheitskompetenz erhoben. Grundlage ist der HLS24-DIGI-Fragebogen, ein weiterentwickeltes Instrument des internationalen M-POHL Health Literacy Surveys.
Insgesamt wurden rund 1.000 Personen ab 16 Jahren befragt – repräsentativ für die österrei-chische Bevölkerung. Die Erhebung erfolgte online und postalisch auf Basis einer stratifizierten Zufallsstichprobe.
Ergebnisse zeigen klares Bild
Digitale Gesundheitsangebote sind weit verbreitet. Besonders häufig genutzt werden Websites zu medizinischen Themen, das Serviceportal „MeineSV“ sowie Online-Terminvereinbarungen. Auffällig ist, dass die Nutzung bei jüngeren Menschen, Männern, Personen mit höherer Bildung und chronisch Erkrankten höher ist.
Gleichzeitig zeigt sich: Rund zwei Drittel der Bevölkerung haben Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen. Besonders herausfordernd ist die Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit sowie möglicher wirtschaftlicher Interessen hinter den Inhalten.
Mehr Unterstützung für digitale Gesundheitskompetenz notwendig
Die Ergebnisse machen deutlich, dass gezielte Maßnahmen erforderlich sind. Niedrige digitale Gesundheitskompetenz erhöht das Risiko für Fehlinformationen und kann zu falschen gesundheitlichen Entscheidungen führen. Besonders betroffen sind ältere Menschen sowie Personen mit geringerer formaler Bildung.
Umso wichtiger sind:
• leicht zugängliche, qualitätsgesicherte Informationen
• gezielte Förderung digitaler Gesundheitskompetenz
• nutzerfreundliche digitale Angebote
Die digitale Transformation im Gesundheitswesen erfordert, dass alle Bevölkerungsgruppen befähigt werden, digitale Informationen sicher und kompetent zu nutzen.

