Ökonomische Effekte von Strukturveränderungen

Auftraggeber: BMGF (jetzt: BMASGK)
Laufzeit: Jänner 2017 bis Dezember 2017
Ansprechperson GÖG: Martin Zuba

Der Zielsteuerungsvertrag 2013 formuliert hinsichtlich der akutstationären Versorgung das Ziel, „auf der Grundlage von objektiven Kosten- und Nutzenbewertungen Leistungsverlagerungen in Richtung effizienterer Strukturalternativen vorzunehmen und ineffiziente Strukturen zu reduzieren.“ Vor diesem Hintergrund untersuchte dieses Projekt die erfolgte Schließung dreier Spitalsabteilungen mit geringer Auslastung bei gleichzeitiger Verlegung der Leistungserbringung in eine andere Einrichtung. Die Analyse beschränkt sich dabei nicht auf den stationären Bereich, sondern erfasst zudem Patientenströme und Kosten auch im spitalsambulanten und im niedergelassenen Bereich. Einige aus Routinedaten ableitbare Qualitätsindikatoren (Wiederaufnahmeraten, ACSC-Aufnahmen) ergänzen die Analyse.Die Projektergebnisse zeigen, dass in allen Fallbeispielen Einsparungen erzielt werden konnten. Diese sind zu in etwa gleich großen Teilen darauf zurückzuführen, dass 

1. die stationäre Leistungsdichte reduziert wurde (vor allem bei Indikationen, bei denen es in der Vorperiode zu einer im Österreich-Vergleich überdurchschnittlichen Inanspruchnahme stationärer Versorgung kam), 

2. die Patienten und Patientinnen nach der Veränderung der stationären Strukturen zu geringeren Kosten versorgt werden konnten. 

In zwei von drei Fällen stehen den Einsparungen im stationären Bereich Kostenanstiege in der fachgleichen Ambulanz gegenüber, die den Gesamteinsparungseffekt um ca. 40 Prozent reduzieren. Eine vermehrte Inanspruchnahme niedergelassener Fachärzte gab es nur in einem Fallbeispiel, damit verbundene Kosten fallen äußerst gering aus. Während es in einem Fallbeispiel zu einer Reduktion der Wiederaufnahmeraten kam, zeigen die anderen Qualitätsindikatoren keinen Effekt der Strukturveränderung.