HOS/PAL: Arbeiten für bundesweite Empfehlungen zum Ausbau zusätzlicher Strukturen und Monitoring

Auftraggeberin: BGA
Laufzeit: kontinuierliches Projekt (Monitoring)
Ansprechpersonen GÖG: Elisabeth Pochobradsky, Thomas Neruda

Im Rahmen der Arbeiten zur Zielsteuerung-Gesundheit sollen zur Verbesserung der integrativen Versorgung durch gemeinsame abgestimmte verbindliche Planungen auf Bundesebene Empfehlungen zur Finanzierung zusätzlicher Strukturen für den Hospiz- und Palliativbereich nach Maßgabe des § 2 Abs. 2a Pflegefondsgesetz formuliert werden. Darauf fußend, soll auf Landesebene der gezielte Aufbau bzw. die Ergänzung noch fehlender spezialisierter Hospiz- und Palliativangebote bzw. -kapazitäten auf Basis der Analyseergebnisse und Finanzierungsempfehlungen erfolgen.
Die Arbeiten wurden für den Erwachsenen-Bereich begonnen. Dazu wurde der Ist-Stand auf Basis der vom Dachverband Hospiz Österreich zur Verfügung gestellten Daten für das Jahr 2017 für alle zehn Angebote der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung (siehe Österreichischer Strukturplan Gesundheit 2017) validiert und zwischen den Ländern und den landesorganisierten Hospiz- und Palliativorganisationen abgestimmt.

Im Zuge der Erstellung der Empfehlungen in puncto Kapazitätsausbau wurden folgende Arbeiten zur Bedarfsschätzung für den Erwachsenenbereich vorgenommen:

  • Literaturrecherche internationaler Methoden zur Bedarfsermittlung von (spezialisierten) Hospiz- und Palliativangeboten
  • Diskussion zweier möglicher Varianten der Bedarfsschätzung:
    • Abschätzung der Sterbefälle mit spezialisiertem HOS-/PAL-Versorgungsbedarf (mortalitätsbasierte Bedarfsschätzung)
    • Kapazitätsabschätzung mittels einwohnerbezogener Richtwerte auf Basis vorliegender Quellen: Broschüre Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene (BMASGK/GÖG 2014), Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Palliative Care (EAPC, 2011), Hospizstudie 2017 (Freistaat Sachsen, 2018)

Da aktuell kein Brückenschlag zwischen den beiden Varianten möglich ist (da verfügbare Richtwerte auf Einwohnerrichtwerte der Bevölkerung insgesamt abstellen und nicht auf Palliativpatientinnen/-patienten mit spezialisiertem Hospiz- und Palliativbedarf) wurde der Entschluss gefasst, die Arbeiten auf Basis der Richtwerte in der o. g. Broschüre (BMASGK/GÖG 2014) fortzusetzen. Derzeit werden von jedem Bundesland die eigenen Planungen auf Basis dieser Richtwerte erstellt, etwaige Abweichungen von den Richtwerten sollen von den Bundesländern argumentativ begründet werden. Die Planungen sollen in Kooperation zwischen dem Gesundheits- und dem Sozialbereich auf Landesebene und unter Einbindung der Sozialversicherung vorgenommen werden. Nach Vorliegen aller neun Länderplanungen werden diese zu einem Gesamtplan für Österreich zusammengefasst. 


Im Bereich der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfolgte angesichts der oben beschriebenen Erfahrungen keine vergleichbar detaillierte Bedarfsschätzung, vor allem auch deshalb, weil für diese Patientengruppe derzeit weder national noch international Bedarfsrichtwerte vorliegen. Somit wurde hier die Vereinbarung getroffen, dass die Bundesländer landesintern ihre Planungen für den Planungshorizont 2025/2030 erstellen und dass diese anschließend gesammelt zu einer Gesamtplanung für Österreich zusammengefasst werden.

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
(Broschüre: Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung BMASGK/GÖG 2014 abrufbar)

Hospiz Österreich, Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen
Mutmacher für ein Sterben zu Hause (Kurzfassung mit Untertiteln)