Evaluierung der Hebammenberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes

Auftraggeber: HVB
Laufzeit: Dezember 2017 bis Dezember 2020
Ansprechperson GÖG: Thomas Link

Die kostenlose Beratung Schwangerer durch Hebammen zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche ist seit Ende 2013 optionaler Bestandteil des österreichischen Mutter‐Kind‐Pass‐Programms. Ziel des vorliegenden Projektberichts ist es, Inanspruchnahme und Gegenstand der Beratung zu analysieren sowie deren mögliche Effekte zu diskutieren.

Als Datenbasis dienen die standardisierte Dokumentation der Beratungsgespräche sowie Auswertungen aus dem Geburtenregister Österreich. Diese Daten werden Abrechnungsdaten sowie der amtlichen Statistik gegenübergestellt.

Rund 34 Prozent der werdenden Mütter haben im Jahr 2018 das Angebot einer Hebammenberatung in Anspruch genommen. Für 82 Prozent der Beratungen gibt es eine Dokumentation. Das Angebot wird von Frauen, die 30 Jahre oder älter sind, sowie Frauen, die vergleichsweise besser gebildet sind, überdurchschnittlich häufig in Anspruch genommen. Frauen ohne österreichische, deutsche oder schweizerische Staatsbürgerschaft sowie Frauen aus Wien haben das Angebot hingegen geringfügig seltener nachgefragt.

Gegenüber 2017 ist die Inanspruchnahme der Hebammenberatung um drei Prozentpunkte gestiegen. Die Dokumentation der Beratungsgespräche bietet hinsichtlich der erfragten Inhalte und der Vollzähligkeit verschiedene Möglichkeiten der Optimierung wie beispielsweise die Dokumentation des Sozialversicherungsträgers der Frau oder eine adaptierte Dokumentation der Gesprächsinhalte. Effekte der Hebammenberatung auf Schwangerschaft oder Geburt können mit den vorliegenden Daten nicht festgestellt werden. Es wird vorgeschlagen, zweckgerichtete Maßnahmen zu setzen, um die Zielpopulation, die von der Maßnahme am meisten profitieren könnte, besser zu erreichen, um den Verlauf der weiteren Schwangerschaft bzw. der Geburt beurteilen zu können und um die Dokumentation der Hebammenberatungen zu verbessern.

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