DRD-Statistik der drogenbezogenen Todesfälle

Auftraggeber: BMASGK
Laufzeit:kontinuierliches Projekt
Ansprechperson GÖG: Judith Anzenberger

Die jährliche Statistik der drogenbezogenen Todesfälle (drug-related death, DRD) liefert Daten für einen der wichtigsten Indikatoren zur Beurteilung der Drogensituation in Österreich. Der Indikator direkt drogenbezogener Todesfälle ist einer von fünf Schlüsselindikatoren, die die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) entwickelte, um die Situation im Bereich des problematischen Drogenkonsums einschätzen zu können. Drogenbezogene Überdosierungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in der jungen Bevölkerung und sind daher von besonderer Bedeutung.

Im Jahr 2016 starben insgesamt 165 Personen an einer Überdosierung. Das entspricht einer Rate von 2,8 Todesfällen pro 100.000 Einwohnerinnen/Einwohner zwischen 15 und 64 Jahren, die meisten davon traten in Wien ein. Etwa drei Viertel der Verstorbenen waren Männer. Die Anzahl der drogenbezogenen Todesfälle ist im Vergleich zum Vorjahr (153 Fälle) zwar angestiegen, liegt jedoch unter den Zahlen von 2008 bis 2011 (jeweils um die 200 Fälle). Der Anteil der unter 25-Jährigen ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken und liegt bei 15 Prozent. Dies lässt – insbesondere in Zusammenschau mit den anderen Datenquellen des Drogenmonitorings – den Rückschluss zu, dass es weniger Einsteigerinnen und Einsteiger in den risikoreichen Opioidkonsum gibt.

Vertiefende Analysen in Hinblick auf aktuelle Entwicklungen und längerfristige Trends bzw. vor dem Hintergrund der epidemiologischen Gesamtentwicklung in Zusammenschau mit weiteren Schlüsselindikatoren referiert der Epidemiologiebericht Sucht.

Weiterlesen:
Epidemiologiebericht Sucht 2017