GÖG-Colloquium | Interessenkonflikte bei Ärztinnen und Ärzten: Wie die Industrie medizinische Entscheidungen beeinflusst

Beginn der Veranstaltung
27.02.2019 17:30 Uhr
Ende der Veranstaltung
27.02.2019 19:00 Uhr
Veranstaltungsort
Gesundheit Österreich GmbH, Eingang Biberstraße 20, 1010 Wien
Gerald Gartlehner

Interessenkonflikte sind Teil unseres Lebens und haben meist unbewussten Einfluss auf unser Handeln. Die Bereitschaft, Interessenkonflikte einzugehen, hängt jedoch sehr stark vom soziokulturellen Umfeld einer Berufsgruppe ab. Bei Ärztinnen und Ärzten ist die Selbsteinschätzung der Auswirkungen von Interessenkonflikten auf das eigene Handeln oft wenig ausgeprägt. Marketingstrategien der Industrie zielen darauf ab, potenzielle Interessenkonflikte bei Ärztinnen und Ärzten zu verharmlosen. Diese können jedoch Patientinnen und Patienten gefährden, weil sie mitunter optimale medizinische Entscheidungen verhindern.

Der Vortrag wird darauf eingehen, wie finanzielle und nichtfinanzielle Interessenkonflikte unser Handeln unbewusst beeinflussen. Anhand von Beispielen aus Strategiedokumenten der pharmazeutischen Industrie wird illustriert, wie systematisch, gezielt und subtil versucht wird, Entscheidungen von Medizinerinnen und Mediziner zu beeinflussen.

Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH ist Arzt, klinischer Epidemiologe und Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems. Er ist weiters Direktor von Cochrane Österreich und stellvertretender Direktor des RTI-UNC (Research Triangle Institute – University of North Carolina) Evidence-based Practice Center in den USA. Prof. Gartlehner ist zudem auch Research Fellow am Sheps Center for Health Services Research der University of North Carolina, Lehrbeauftragter an der Université Paris Descartes, Mitglied des Obersten Sanitätsrats und derzeit Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) in Deutschland.

Prof. Gartlehners Arbeits- und Forschungsschwerpunkt liegt in der vergleichenden Effektivitätsbewertung von Interventionen. Zusätzlich beschäftigt er sich mit evidenzbasierter Präventionsmedizin, insbesondere Screening. Er ist Mitglied in mehreren internationalen Arbeitsgruppen, die methodischen Fragen systematischer Übersichtsarbeiten und Metaanalysen nachgehen.

Begrüßung
ao. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann

Geschäftsführer Gesundheit Österreich GmbH

Moderation
Mag. Andrea Fried

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und ersuchen um Anmeldung bis 26. Februar 2019.