Berufsgruppen-/Ausbildungsstatistik Psychotherapie, klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie

Auftraggeber: BMSGPK
Laufzeit: kontinuierliches Projekt seit 1998 (Berufsgruppenstatistik) bzw. seit 2007 (Ausbildungsstatistik)
Ansprechperson GÖG: Sophie Sagerschnig

Seit Anfang 1991 sind die Ausbildung und die Ausübung beruflicher Tätigkeiten in den Bereichen Psychotherapie, Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie durch das Psychotherapeutengesetz bzw. das Psychologengesetz gesetzlich geregelt. Die jährlichen Berichte der GÖG liefern aktuelle Zahlen zur Situation in den unterschiedlichen Ausbildungsgängen und zu den verfügbaren Kapazitäten in den drei Berufen sowie hinsichtlich der Entwicklung wichtiger Kennzahlen. Im Bericht zum Jahr 2018 wurden erstmals auch die wichtigsten Kennzahlen zur Berufsgruppe Musiktherapie, deren berufliche Tätigkeit seit Mitte 2009 durch das Musiktherapiegesetz geregelt ist, dargestellt. 

Die GÖG holt die zentralen Informationen systematisch von den Ausbildungseinrichtungen ein, wertet sie aus und stellt Informationen über die Entwicklung der Ausbildungsgänge seit dem Jahr 2000, über die Populationsbeschreibung der Personen in Ausbildung sowie Detailinformationen über alle Ausbildungsanbieter bereit. In beiden psychotherapeutischen Ausbildungen (Propädeutikum, Fachspezifikum) ist über die Jahre eine kontinuierliche Zunahme an Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten zu verzeichnen, weshalb damit gerechnet werden kann, dass in den nächsten Jahren die Anzahl an Personen mit einer psychotherapeutischen Ausbildung in Österreich weiter steigt. Mehr als drei Viertel aller Personen in psychotherapeutischen Ausbildungen sind weiblich. Sämtliche Ausbildungsangebote werden überproportional häufig in Ballungszentren angeboten bzw. werden überproportional häufig von Personen mit Wohnsitz in Wien wahrgenommen. Ebenso lässt der immer größere Anteil an Personen, die per Bescheid zur Ausbildung zugelassen werden, die Heterogenität der Quellberufe zunehmen. Bei der Ausbildung in Klinischer und Gesundheitspsychologie ist die Entwicklung der Personen in Ausbildung, d. h. die Anzahl an Neuaufnahmen und Abschlüssen, in den letzten Jahren stark geprägt durch die Veränderungen der gesetzlichen Vorgaben durch das Psychologengesetz 2013, wobei derzeit noch kein Urteil über längerfristige Effekte möglich ist. 

Zur Darstellung des Personenangebots (Anzahl Köpfe) in den Berufen Psychotherapie, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie und Musiktherapie wurden die BMASGK-Listen berufsberechtigter Personen systematisch ausgewertet. Die Versorgungsdichte ist sowohl für die Psychotherapie als auch für die Klinische und Gesundheitspsychologie in Österreich seit 2000 kontinuierlich gestiegen. Regional bestehen aber weiterhin große Unterschiede: Sowohl für das psychotherapeutische als auch für das klinisch-psychologische Versorgungsangebot ist daher von einer Unterversorgung in einigen ländlichen Regionen auszugehen. Im Bereich Musiktherapie gab es im Jahr 2017 noch keine flächendeckende Versorgung: In rund einem Viertel aller österreichischen Bezirke gab es noch keine Musiktherapeutin bzw. keinen Musiktherapeuten, in rund einem weiteren Fünftel nur eine Musiktherapeutin bzw. einen Musiktherapeuten, was die Wahlfreiheit der Patientinnen und Patienten stark einschränkt. Zudem ist eine deutliche Ungleichverteilung des Angebots zwischen den Bundesländern sowie zwischen städtischem und ländlichem Gebiet feststellbar.

Weiterlesen:
Ausbildungsstatisik 2018. Daten zum Ausbildungsgeschehen in Psychotherapie, Klinischer Psychologie und Gesundheitspsychologie in Österreich

Psychotherapie, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Musiktherapie. Statistik der Berufsgruppen 1991–2017