Study on cross-border cooperation. Capitalising on existing initiatives for cooperation in cross-border regions

Auftraggeber: European Commission CHAFEA/ DG B – Health systems, medical products and innovation
Laufzeit: Jänner 2017 bis Dezember 2019
Ansprechpersonen GÖG: Julia Bobek, Florian Bachner

Die Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH schloss sich mit Sogeti (Luxemburg) und der Universität Maastricht zu einem Konsortium zusammen, das von der EU damit beauftragt wurde, die bisherigen Erfolge und mögliche zukünftige Entwicklungen grenzüberschreitender Kooperationen im Bereich der Gesundheitsversorgung (CBHC) zu analysieren.

Um einen Überblick über den aktuellen Stand im Bereich CBCH innerhalb der EU zu erhalten, wurde zunächst ein Mapping EU-(ko)finanzierter CBHC-Initiativen durchgeführt. Anschließend wurden in einem Foresight-Modell Szenarien entwickelt, um potenzielle Entwicklungen von CBHC bis zum Jahr 2030 zu skizzieren. Aufbauend auf den Ergebnissen, war es Ziel des Projekts, Stakeholdern, die beabsichtigen, ein CBHC-Projekt zu initiieren, entsprechende Tools und Business-Cases erfolgreicher Projekte zur Verfügung zu stellen.

Parallel zu diesen Arbeiten erfolgte eine systematische Literaturrecherche in puncto Betrug und Betrugsbekämpfung in CBHC sowie eine Evaluierung der Inanspruchnahme der Aktivitäten der EU Joint Action zu Patientensicherheit und Qualität in der Gesundheitsversorgung (PaSQ).

Die Studienergebnisse bieten einen vertiefenden Einblick in Kooperationen grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung mit unterschiedlichen Zielsetzungen und neue Erkenntnisse hinsichtlich verschiedenster Forschungsaspekte im Bereich grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung. Zusammenfassend können folgende sieben Erkenntnisse aus der Studie gewonnen werden:

1. Kooperationen bzw. Initiativen im Bereich grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung sind in jenen Regionen wirksamer, in denen entsprechende Kooperationen bereits etabliert sind, beispielsweise aufgrund ähnlicher Wohlfahrtstraditionen oder geschichtlicher Verbundenheit.

2. Schlüsselakteuren, wie regionale Entscheidungsträger oder Krankenhausmanager, sollte Unterstützung in ihren Aktivitäten grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung geboten werden um Transaktionskosten zu verringern. Die Tools des Cross-border.Care Manual & Tools sollen dafür Hilfestellung bieten (https://goeg.at/study_on_cross-border_cooperation).

3. Von den zahlreichen potentiellen Zukunftsszenarien zur Gestaltung grenzüber-schreitender Gesundheitsversorgung wird das Szenario regionaler Netzwerke mit Berücksichtigung lokaler und regionaler Gegebenheiten und Bedürfnisse als am wahrscheinlichsten erachtet.

4. Regionale Netzwerke sind potentiell die kostenwirksamste Variante grenzüber-schreitende Gesundheitsversorgung zu gestalten, obwohl sie tendenziell von kleinem Umfang sind und Regionen ungleich profitieren.

5. Kooperationen grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung in den Bereichen Knowledge Sharing and Management und Treatment & Diagnostics erhielten in den letzten zehn Jahren große Anteile öffentlicher Förderungen.

6. Kooperationen in den Bereichen High-cost Capital Investment und Emergency care scheinen größere soziale und ökonomische Vorteile aufzuweisen, setzen jedoch auch einen höheren Formalisierungsgrad der Kooperation voraus.

7. Informationen über Effektivität und Nachhaltigkeit aktueller Kooperationen grenz-überschreitender Gesundheitsversorgung sind spärlich und könnten durch öffentliche Förderungen verbessert werden.

Im März 2018 wurde die Studie fertiggestellt. Ihre Ergebnisse wurden auf der Website der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Weiterlesen:

Study on Cross-Border Cooperation - Final Report (englisch)

Final Report - Annexes (englisch)

Final Report - Kurzfassung (deutsch)