OPLA-Projekt: Alleinlebende ältere Menschen – Unterstützung aus dem informellen außerfamiliären Bereich

Older People Living Alone (OPLA) – Non-kin-carers' support

Fördergeber: FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (P 30607-G29)
Laufzeit: März 2018 bis Februar 2021
Ansprechpersonen GÖG: Sabine Pleschberger, Paulina Wosko

Immer mehr alte und hochbetagte Menschen leben in einem Einpersonenhaushalt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, doch sind es mehrheitlich Frauen, die im hohen Alter davon betroffen sind. Wenn Hilfe- und Pflegbedürftigkeit zunehmen, ist der Verbleib in der häuslichen Umgebung, trotz vielfältiger flächendeckender Angebote, bedroht. Am Ende des Lebens  spitzt sich die Situation häufig zu. Alleinlebende ältere Menschen sind deshalb eine besonders vulnerable Gruppe, wenn es um die Erfüllung des Wunsches geht, zu Hause sterben zu können. Hierbei stellen Freundinnen/Freunde oder Nachbarinnen/Nachbarn eine wesentliche Ressource dar. Diese Form der außerfamiliären informellen Hilfe wird jedoch bislang, sowohl in Politik und Gesellschaft als auch in der Forschung noch kaum in den Blick genommen.

Wie informelle außerfamiliäre Unterstützungsarrangements gestaltet sein müssen, damit ein Verbleib von alleinlebenden älteren Menschen im eigenen Zuhause „bis zuletzt“ gelingen kann, ist daher von zentraler Bedeutung für die zukünftige Gestaltung von Therapie, Pflege und Betreuung dieser Zielgruppe. Das Schaffen einer soliden Wissensgrundlage hinsichtlich der Herausforderungen einer Versorgung ggf. einschließlich der letzten Lebensphase für alleinlebende Menschen ohne familiäre Unterstützung im Nahbereich ist daher das Ziel dieser Forschungsstudie, auf deren Basis in weiterer Folge Empfehlungen abgeleitet werden können.

Es handelt sich um ein dreijähriges Forschungsvorhaben, basierend auf einem Längsschnittdesign. Arrangements von alleinlebenden älteren Menschen und ihren informellen außerfamiliären Helferinnen/Helfern sollen über einen Zeitraum von 18 Monaten über serielle qualitative Interviews (persönlich und telefonisch) untersucht werden. Die Zeit zunehmender Hilfe- und Pflegebedürftigkeit steht im Mittelpunkt des Interesses. Die Analyse der qualitativen Interviews erfolgt sowohl „fallverlaufsbezogen“ als auch im Querschnitt. Im gesamten Zeitraum sollen 20-25 Fallverläufe erfasst werden, bestehend aus insgesamt bis zu 200 persönlichen Interviews. Die Auswahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgt mit Unterstützung von Hauskrankenpflegediensten, Hausärzten sowie spezialisierten Hospiz- und Palliative Care Teams in den Regionen Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien.

Projektteam:
Priv. Doz.in Dr.in Sabine Pleschberger, MPH (Projektleitung)     
Dr.in Paulina Wosko (Key Researcher)

Nationale Kooperationspartner/innen
Universität Wien / Institut für Pflegewissenschaft
Assoz. Prof.in Dr.in Elisabeth Reitinger
Dr.in Barbara Pichler

Wirtschaftsuniversität Wien / Forschungsinstitut für Altersökonomie
Dr.in Birgit Trukeschitz
Mag.a Judith Kieninger, BA