Epidemiologie-Monitoring Drogen

Auftraggeber: BMASGK
Laufzeit: kontinuierliches Projekt
Ansprechperson GÖG: Judith Anzenberger

In den letzten 20 Jahren wurde das Monitoringsystem im Drogenbereich gemäß den Standards der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Die Implementierung des Behandlungsdokumentationssystems DOKLI im Jahr 2006 und der Start des Routinebetriebs von eSuchtmittel im Jahr 2011 stellen hier wichtige Meilensteine dar. Um die Daten und Ergebnisse des Drogenmonitorings der Öffentlichkeit in adäquater Form zur Verfügung zu stellen, wurde im Jahr 2012 – in Ergänzung des Berichts zur Drogensituation – der erste Epidemiologiebericht Drogen inklusive Tabellenanhang publiziert. In diesem Bericht gingen die vorher eigenständig publizierten Berichte bezüglich DOKLI und der drogenbezogenen Todesfälle auf. Mit Gründung des GÖG-Kompetenzzentrums Sucht wurde der bis zum Jahr 2015 auf illegale Drogen beschränkte Bericht kontinuierlich um zusätzliche Kapitel über Alkohol, Tabak und Psychopharmaka erweitert und in Epidemiologiebericht Sucht umbenannt. Aus Ressourcengründen können jedoch nicht jedes Jahr alle Substanzen behandelt werden.

Ziel des Epidemiologieberichts Sucht ist es, ein möglichst klares und verständliches Bild der Epidemiologie des risikoreichen Drogenkonsums, des Alkoholkonsums sowie des Tabakkonsums in Österreich zu gewinnen. Vertiefende Einblicke in spezifische Aspekte liefern jährlich wechselnde Schwerpunktthemen.

Zentrales Element bei der Beschreibung der epidemiologischen Situation ist die gleichzeitige Beleuchtung aus möglichst vielen Blickwinkeln (Datenquellen). Ähnlich wie beim Zusammensetzen eines Puzzles entsteht dadurch ein interpretatorischer Mehrwert. So hat es sich beispielsweise im Bereich illegale Drogen bewährt, die Anzahl bzw. den Prozentsatz der Personen unter 25 Jahren aus möglichst allen Datenquellen im Bereich des risikoreichen Drogenkonsums einander gegenüberzustellen, um Aussagen zur Inzidenz zu gewinnen (Cross-Indikator-Analyse). Für die Cross-Indikator-Analyse werden einfache deskriptive Kennzahlen wie Prozentsatz oder Mittelwert herangezogen. Als Datenquellen dienen u. a. die pseudonymisierten Register der Substitutionsbehandlungen und der ärztlichen Begutachtungen gem. § 12 Suchtmittelgesetz, Behandlungsdaten (DOKLI) sowie die Statistik der drogenbezogenen Todesfälle. Bezüglich Alkohol und Tabak werden auch Befragungsdaten sowie Verkaufs-, Produktions- oder Umsatzstatistiken und die Todesursachenstatistik ausgewertet.

Weiterlesen:
Epidemiologiebericht Sucht 2018. Illegale Drogen, Alkohol und Tabak