WHO Pharma Reimbursement Models

Auftraggeber: WHO Regional Office for Europe
Laufzeit: Februar 2017 bis Mai 2018
Ansprechperson GÖG: Sabine Vogler

Die Studie vergleicht Maßnahmen der Arzneimittelerstattung in 53 Regionen Europas (nach WHO-Definition) und untersucht, welche Politikmaßnahmen besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen am besten vor hohen Arzneimittelzuzahlungen bewahren können.

Informationen zu nationalen Erstattungsmodellen wurden mittels eines vorausgefüllten Fragebogens, der an die Mitgliedstaaten des PPRI-Netzwerks (https://goeg.at/PPRI) geschickt worden war, erhoben. Mittels Literaturrecherche und qualitativer Interviews mit Forschenden und Entscheidungsträgerinnen und -trägern in der Arzneimittelpolitik wurden Auswirkungen der Erstattungsmodelle auf den Zugang zu Arzneimitteln in neun Fallbeispielländern analysiert. Um die Relevanz der unterschiedlichen Erstattungsmodelle zu veranschaulichen, wurde exemplarisch für bestimmte Arzneimittel die Höhe der tatsächlichen Zuzahlung für verschiedene Bevölkerungsgruppen in ausgewählten Ländern berechnet.

Die bloße Existenz einer gesetzlichen Krankenversicherung garantiert Patientinnen und Patienten nicht automatisch einen ausreichenden finanziellen Schutz. Angesichts knapper Ressourcen müssen Behörden entscheiden, für welche Arzneimittel und in welchem Ausmaß sie den Medikamentenpreis erstatten. Während es in fast allen untersuchten Ländern keine Arzneimittelzuzahlungen für Patientinnen und Patienten im stationären Bereich gibt, bestehen im niedergelassenen Sektor unterschiedliche Formen der Selbstbeteiligung an den Arzneimittelausgaben.

Hohe Zuzahlungen können dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten auf notwendige Arzneimittel verzichten. Als Good-Practice-Modelle für einen verbesserten Zugang zu Arzneimitteln und für Schutz vor übermäßigen Zuzahlungen wurden eine klare Prioritätensetzung, generikafördernde Maßnahmen, eine Regulierung der Generikapreise sowie Zuzahlungsausnahmebestimmungen für besonders schutzbedürftige sozioökonomische Gruppen identifiziert.

Weiterlesen:
Medicines Reimbursement Policies in Europe

Video zur Präsentation der Studie bei einem Webinar der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank (24. Oktober 2018)