Versorgung von Gewaltopfern im Krankenhaus

Auftraggeber: BMASGK
Laufzeit: Jänner 2018 bis Dezember 2018
Ansprechperson GÖG: Barbara Schleicher

Gewalt in der Partnerschaft, Gewalt gegenüber Kindern, sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen sowie gegenüber Menschen mit Behinderungen bleibt lange Zeit unentdeckt. Häufig sind Gesundheitsfachkräfte die ersten und nicht selten die einzigen Ansprechpersonen für die Betroffenen. In Weiterentwicklung der seit 2004 gesetzlich verankerten Kinderschutzgruppen sind die Krankenanstalten seit 2011 verpflichtet, "Opferschutzgruppen für volljährige Betroffene häuslicher Gewalt“ einzurichten (§ 8e KAKuG; BGBl. I Nr. 69/2011).

Zu den Aufgaben der Opferschutzgruppen gehören die Früherkennung häuslicher Gewalt und die Sensibilisierung der medizinischen und pflegerischen Berufsgruppen, damit sie Gewalt leichter erkennen können. Nachdem die Bundesvorgabe nunmehr in allen Landesgesetzen verankert ist, obliegt es den Krankenanstalten, die Opfer- bzw. Gewaltschutzgruppen in den einschlägigen Spitalsambulanzen (z. B. Gynäkologie, Pädiatrie, Notfall- und Unfallabteilung) zu implementieren. In der Praxis zeigen sich allerdings Schwierigkeiten in der Umsetzung dieser Vorschrift. Themenspezifische Module (Schulungskonzepte, Leitfäden, etc.) werden in Eigenregie oder mit externer Unterstützung (Interventionsstellen gegen Gewalt, Frauenhäuser etc.) erstellt. Insgesamt wird kein österreichweites, standardisiertes Konzept verfolgt.

Das Projekt knüpft an folgende Strategieprozesse an:

  • Aktionsplan Frauengesundheit (Wirkungsziel 3 - Gewaltprävention – Hilfe und Unterstützung für von Gewalt betroffene Frauen ausbauen)
  • Gesundheitsziel 10 – bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen