Suchtspezifisches Verhalten in der Gesamtbevölkerung und in speziellen Subgruppen

Auftraggeber: BMSGPK
Laufzeit: kontinuierliches Projekt
Ansprechperson GÖG:
Julian Strizek

Regelmäßige Prävalenzerhebungen zum Konsum legaler und illegaler Substanzen sowie zu Verhaltenssüchten in Österreich bieten eine wichtige Datengrundlage für sämtliche Bereiche des Suchtmonitorings. Prävalenzschätzungen basieren auf Bevölkerungsbefragungen, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden müssen, um aktuelle Trends beziehungsweise Änderungen im Zeitverlauf erfassen zu können. Ergänzt werden die Zahlen aus Bevölkerungserhebungen durch regelmäßige Erhebungen unter Schulpopulationen (ESPAD), da Jugendliche eine häufige Zielgruppe von Suchtpolitik und Suchtprävention darstellen. Zur Sicherung der Qualitäts und Vollständigkeit dieser quantitativen Datenerhebungen sind einerseits entsprechende konzeptionelle und methodische Vorarbeiten (z. B. Testung neuer Fragebogenbatterien) notwendig sowie andererseits komplementäre Befunde mittels qualitativer Erhebungen bzw. selektiver Stichproben in Hinblick auf schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen (z. B. jugendliche Asylwerber/-innen, siehe Link zu Forschungsbericht). 

2019 wurde im Rahmen des Projekts „Suchtspezifisches Verhalten in der Bevölkerung und in spezifischen Subgruppen“ die alle vier Jahre stattfindende Schülerbefragung zu Substanzkonsum (European School Survey Project on Alcohol and other Drugs; ESPAD) durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie wurden über 10.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren (9. und 10. Schulstufe) aus allen Schultypen befragt. Neben der Erhebung von Konsumprävalenzen von legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen wurden zusätzlich Fragen zur Nutzung von Computerspielen, Glücksspiel und Social Media sowie Einstellungsfragen zu unterschiedlichen suchtrelevanten Themen gestellt. Die österreichischen Ergebnisse wurden in Form eines Forschungsberichts sowie eines Tabellenanhangs Anfang 2020 publiziert (siehe Link unten). Sie werden zudem für die Erstellung des internationalen ESPAD-Berichts (geplante Publikation Herbst 2020) herangezogen. 

Im Laufe des Jahres 2020 erfolgt im Rahmen des Projekts eine Erhebung zum Substanzkonsum unter der erwachsenen Bevölkerung (englisch: General Population Survey oder GPS). Auch hier umfasst die Bandbreite der abgefragten Themen sowohl den Konsum von legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen als auch die Nutzung von Glücksspiel sowie Einstellungen zu unterschiedlichen suchtrelevanten Fragestellungen. Neben Erkenntnissen zur aktuellen Prävalenz unterschiedlicher Konsumformen steht insbesondere deren zeitliche Entwicklung im Mittelpunkt (Erhebung mit einem nahezu identen Design wurden bereits in den Jahren 2004, 2008 und 2015 durchgeführt). 

Weiterlesen:
ESPAD Österreich 2019
Suchtspezifische Problemlagen von männlichen unbegleiteten jugendlichen Geflüchteten in Wien
Bevölkerungserhebung zu Substanzgebrauch 2015 Band 1: Forschungsbericht