Deregulation of Non-Prescription Medicines

Auftraggeber: Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU)
Laufzeit: September 2017 bis März 2018
Ansprechperson GÖG: Sabine Vogler

Die Studie untersuchte Auswirkungen der Deregulierung von Vertriebskanälen für rezeptfreie Medikamente, d. h. deren Verkauf außerhalb von Apotheken.

Veränderungen bei der Zugänglichkeit zu rezeptfreien Arzneimitteln, der Sicherheit und Qualität der Serviceleistungen und bei den Medikamentenpreisen wurden in fünf liberalisierten Ländern (Italien, Niederlande, Polen, Portugal und Schweden) anhand von Literaturrecherche, an nationale Apothekerkammern adressierten Fragebögen und qualitativen Interviews mit relevanten nationalen Akteurinnen/Akteuren untersucht.

Die Studienergebnisse zeigten eine Zunahme der Abgabestellen für rezeptfreie Arzneimittel nach der Deregulierung. Allerdings wurden die neuen Verkaufsstellen vor allem an Orten (in städtischen Ballungsgebieten) eingerichtet, die sich ohnehin durch gute Zugänglichkeit auszeichnen, und nicht im ländlichen Raum. Die neuen Abgabestellen (z. B. Gesundheitsproduktegeschäfte, Supermärkte oder Tankstellen mit einer „Medikamentenecke“) bieten allerdings nur eine eingeschränkte Produktpalette und keine Beratungsleistungen an. Die Preise der wenigen rezeptfreien Medikamente, die in den neuen Geschäften angeboten werden, sind im Allgemeinen niedriger als in Apotheken; insgesamt ist das Preisniveau rezeptfreier Arzneimittel in den untersuchten Ländern nicht gesunken, sondern manchmal sogar gestiegen.

Die in die Liberalisierung gesetzten Erwartungen wurden großteils nicht erfüllt. Einige liberalisierte Länder setzten Maßnahmen zur Senkung möglicher Risiken, z. B. die Einführung einer eigenen Kategorie rezeptfreier Medikamente mit höherem Gefährdungspotenzial, die nur in Apotheken abgegeben werden dürfen.